Katastrophenhelfer: Roboter üben den Ernstfall

Katastrophenhelfer
Roboter üben den Ernstfall

Roboter fahren schon über den Mars, bauen Autos zusammen und spielen Fußball. Bald könnten sie auch bei Katastrophen wie dem Erdbeben in Japan helfen. Doch vorher müssen sie noch jede Menge üben.
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MagdeburgAngst vor einstürzenden Häusern kennen die Rettungsroboter in der Messehalle in Magdeburg nicht. Langsam, aber unermüdlich arbeiten sie sich durch den schwierigen Parcours voran, der mit Treppen und Steigungen ein Erdbebengebiet darstellen soll.

„Unsere Vision ist es, einst eine ganze Flotte von Robotern in ein Katastrophengebiet zu schicken. Sie sollen nach Überlebenden suchen und eine Karte der Gegend rausschicken“, sagt Johannes Pellenz am ersten Tag der „Robo-Cup German Open“. Bei dem Wettkampf treten seit Donnerstag verschiedene Rettungsroboter gegeneinander an. Andere kluge Maschinen spielen Fußball, Tanzen oder räumen Zimmer auf.

Rund 1100 Wissenschaftler aus 14 Ländern sind angereist, um bis Sonntag die Roboter-Meisterschaften in Magdeburg auszutragen. Dabei lernen die Maschinen in 13 Disziplinen immer besser, selbstständig zu handeln und miteinander zu kommunizieren. Die Wettkämpfe haben vor allem ein Ziel: die Forschung voranzutreiben. „Bisher sind die Rettungsroboter noch von außen gesteuert. Aber da kann der Funkkontakt abreißen oder das Kabel läuft zweimal um die Ecke und erzeugt so viel Reibung, dass der Roboter nicht mehr weiterkommt“, erklärt Pellenz, der die „Rettungsliga“ bei dem Turnier organisiert.

„Die Teams kämpfen bei diesem Wettbewerb eigentlich nicht gegeneinander. Ihr gemeinsamer Feind ist die Katastrophe.“

Beim Einsturz des World Trade Centers 2001 seien Rettungsroboter erstmals zum Einsatz gekommen, „aber das waren bloß Kameras auf Rädern“, sagt Pellenz. Der rund 60 Zentimeter große fahrende Roboter von Dagmar Lang und ihrem Team der Universität Koblenz-Landau, der gerade im Parcours auf schrägen Sperrholzplatten steht, ist schon weiter. „Er hat zwei Laserscanner, damit tastet er die Umgebung ab und bestimmt seine Position. Mit Hilfe von drei Wärmesensoren und drei Kameras suchen wir die Opfer“, sagt die Informatikerin Lang.

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  • In Chernobyl sind die Roboter auf Grund der hohen Strahlung ausgestiegen.

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