Klima-Monopoly
Neustart nach dem Kopenhagen-Desaster

Nach dem Desaster vom Klimagipfel in Kopenhagen haben sich beim Uno-Klimagipfel im mexikanischen Cancún erneut die Staaten erneut zum Klima-Monopoly zusammengefunden. Dabei dreht sich fast alles ums Geld. Die Zeit drängt: Je länger die Bekämpfung des Klimawandels dauert, desto teurer wird er, sind Experten überzeugt.
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HB CANCUN. Gehe zurück auf Start. Gehe nicht zu schnell los. Aber bringe viel Geld mit. Nach dem Desaster von Kopenhagen gehen die Delegierten im mexikanischen Cancún in eine neue Runde beim globalen Klima-Monopoly. Auch wenn der Klimagipfel von Kopenhagen vor einem Jahr zum Großteil gescheitert ist, möchten die Vereinten Nationen auf der Arbeit der 15 vergangenen Uno - Klimakonferenzen aufbauen.

Beim Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún können die Regierungen nach Meinung von Uno-Klimachefin Christiana Figueres in vier Punkten handelseinig werden. Das sind: Transfer moderner Energietechnik in Entwicklungsländer, Hilfen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Schutz der Urwälder und schließlich ein Fonds, aus dem alles finanziert wird. Nötig sind 100 Milliarden Dollar pro Jahr ab 2020. Sehr große Differenzen sieht Figueres dagegen noch bei der Reduktion der Treibhausgase und einem Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls.

Doch die US-Bürger wollen nicht mehr mitspielen. Sie haben ihrem Präsidenten Barack Obama und damit seinem Klimaschutz-Programm bei den Kongresswahlen Anfang November eine deutliche Abfuhr erteilt. Empor kam dagegen die rechtspopulistische Tea-Party-Bewegung, die viele Mitglieder hat, die den menschengemachten Treibhauseffekt leugnen. In Kopenhagen hat Obama noch das Ziel auf den Tisch gelegt, den US-Treibhausgasausstoß von 2005 bis 2020 um 17 Prozent zu reduzieren. Doch ohne die Unterstützung im Kongress ist das kaum mehr zu erreichen.

Und auch im Finanzbereich sehen Umweltschützer die USA aus dem Uno-Prozess aussteigen. "Die USA drängen stark darauf, Finanzfragen nicht über die Klimaverhandlungen, sondern über die Weltbank abzuwickeln", befürchtet Martin Kaiser, Leiter internationale Klimapolitik von Greenpeace Deutschland. "Da stellen sie den Präsidenten, da haben sie das größte Stimmrecht im Rat. Im Grunde ist Cancún der Moment, wo die anderen Staaten eine Entscheidung treffen müssen."

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