Klima-Orakel
Ist ein Apfel aus Chile oder Neuseeland immer klimaschädlicher als ein deutscher Apfel?

Leser fragen - Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Sascha Barthel aus Hannover nachgefragt, Michael Blanke vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn antwortet ihm.
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„Ein Apfel aus Deutschland ist nicht per se klimafreundlicher als ein Apfel aus Chile oder Neuseeland. Das liegt daran, dass die monatelange Lagerung deutscher Äpfel im Kühlhaus viel Energie benötigt und CO2-Emissionen verursacht. Die Klimabilanz heimischer Äpfel verschlechtert sich daher mit jedem Monat der Lagerung.

Einheimische Äpfel sind nur in der Zeit von ihrer Ernte im September bis Mai klimafreundlicher als ausländische. Von Juni bis zur neuen Ernte im September haben Äpfel aus Chile oder Neuseeland eine bessere Klimabilanz. Die monatelange Lagerung im Kühlhaus hat dann mehr Energie verbraucht als der Transport um die halbe Welt.

Unabhängig davon ist es für die Klimabilanz wichtig, mit welchem Verkehrsmittel der Einkauf erfolgt. Ein Einkauf zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist daher ein wesentlicher Beitrag, den der Konsument zum Klimaschutz leisten kann.“

Zum Vergleich: Neben dem Herkunftsort wirkt sich auch die Transportart der Waren auf die Klimabilanz aus. Die Bilanz großer Frachtdampfer ist mindestens zehnmal besser als die von Flugzeugen. Für Obst und Gemüse aus der Region schlägt der Transport mit durchschnittlich 230 Gramm CO2 pro Kilogramm Ware zu Buche. Aus Europa sind es 460 Gramm, aus Übersee mit dem Schiff 570 Gramm. Eine Lieferung mit dem Flugzeug belastet die Umwelt mit 11 000 Gramm CO2 pro Kilo Obst oder Gemüse.

Das Klima-Orakel ist eine Aktion der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne "Klima sucht Schutz" in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt. Weitere Fragen ans Klima-Orakel finden Sie unter der Adresse www.klima-sucht-schutz.de

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