Klima-Orakel
Kann man Blitze zur Stromerzeugung nutzen?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Herr Igors aus Daun nachgefragt, Ralph P. Schorn vom Forschungszentrum Jülich antwortet ihm.

Theoretisch ja, praktisch aber nicht, denn die Stromgewinnung aus Blitzen scheitert in der Praxis gleich an mehreren Dingen. Zunächst ein wenig zur Statistik: In Deutschland gibt es im Jahr durchschnittlich über zwei Millionen Blitze, von denen jeder einzelne eine Energiemenge von circa 100 Millionen Joule in sich trägt. Das sind zusammen 0,2 Petajoule.

Der gesamte Stromverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2008 ungefähr zwei Petajoule. Gelänge es, alle Blitze aufzufangen, dann könnte man damit also höchstens zehn Prozent des Stromverbrauchs decken. Leider funktioniert dies aber nicht, da nur etwa jeder zehnte Blitz am Boden einschlägt und man Deutschland nicht lückenlos mit "Auffangeinrichtungen" überziehen kann.

Auch schlägt ein Blitz nicht grundsätzlich in Metallen oder an der höchsten Stelle ein - sein Verhalten ist sehr komplex und sein Einschlagsort lässt sich praktisch nicht voraussagen. Schließlich müsste man die aufgefangene elektrische Energie effizient speichern, denn ein Blitz dauert nur eine millionstel Sekunde. Auch dies kann zurzeit nicht im notwendigen Umfang geleistet werden. Strom aus Blitzen bleibt also ein Wunschtraum.

Das Klima-Orakel ist eine Aktion der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne "Klima sucht Schutz" in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt. Weitere Fragen ans Klima-Orakel finden Sie unter der Adresse www.klima-sucht-schutz.de

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