Klima-Orakel
La Niña und der Klimawandel

Leser fragen, Klima-Experten antworten. Diesmal will Bernd Sänger aus Dessau wissen: „Wie hängt das La Niña-Phänomen mit dem Klimawandel zusammen?“ Gudrun Rosenhagen vom Deutschen Wetterdienst antwortet ihm.
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La Niña ist das Gegenstück zum El Niño-Phänomen. Beide Phänomene sind Bestandteil einer Schwingung im System Atmosphäre-Ozean. Diese Schwingung findet über dem tropischen Pazifik statt und wird als El Niño Southern Oscillation (ENSO) bezeichnet.

Die ENSO wirkt sich nicht nur auf den tropischen Pazifikraum aus, sondern über Fernwirkung nahezu weltweit. El Niño ist die spanische Bezeichnung fürs Christkind oder für einen kleinen Jungen. Weil dieses Phänomen meist um Weihnachten einsetzt, wurde es von südamerikanischen Fischern so getauft. Das gegenläufige Klimaphänomen heißt entsprechend ‚La Niña‘ – also kleines Mädchen.

El Niño ist die ENSO-Warmphase, La Niña die ENSO-Kaltphase. Letztere ist durch unterdurchschnittliche Wasseroberflächentemperaturen im äquatorialen Ostpazifik gekennzeichnet. Das abgekühlte Wasser macht sich insbesondere vor der Küste Perus bemerkbar. Die Ursache der Abkühlung: Verstärkte Passatwinde befördern im Bereich des Humboldtstroms vermehrt kaltes Tiefenwasser an die Wasseroberfläche, das dann westwärts fließt.

La Niña hat weitreichende Auswirkungen. So stellt sich unter anderem über den äquatornahen Gebieten der südamerikanischen Pazifikküste und im Süden der USA anhaltende Trockenheit ein. Gleichzeitig treten im Westpazifik-Raum vermehrt Niederschläge auf.

Nach dem Stand der gegenwärtigen Forschung ist bisher nicht zu entscheiden, ob die ENSO-Aktivität durch die globale Erwärmung zunehmen, abnehmen oder unverändert bleiben wird.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare zu " Klima-Orakel: La Niña und der Klimawandel"

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  • Was hat die obige Erläuterung mit "Klima sucht Schutz" zu tun?

  • @Energie-Lobby-etc...
    Wow, es scheint zu klappen, auf Ihren Hinweis gab es keinerlei Reaktionen, obschon ich den entgangenen Unterhaltungswert sehr bedaure; hizuzufügen sei noch, dass die Theorie einer Klimapolitik als finsterem Plan ebenso obskurer wie einflussreicher Zirkel zur Versklavung der Menscheit bereits durch die mehr als bescheidenen oder gar inexistenten Fortschritte auf dem Gebiet widerlegt ist. So, wenn jetzt nix kommt, weiss ich auch nicht...

  • KOMMENTATOREN WERDEN VON ENERGIE-LOBBY BEZAHLT!

    Es ist schon sehr auffällig, dass sich in den einschlägigen Foren zu Klimawandel und Energie immer dieselben „Kritiker“ zu Wort melden. Längst ist öffentlich bekannt, dass viele sogenannte „Klimaskeptiker“ von der Energie-Lobby bezahlt werden, um gezielt und systematisch Zweifel an Klima-Wissenschaft und -Politik zu streuen. Oft sind die Anmerkungen mit pseudowissenschaftlichen Thesen untermauert, die keiner Überprüfung standhalten. Der Grund: Eine ambitionierte Klimapolitik, die auf Energieeffizienz und dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien setzt, zwingt die großen, konventionellen Energiekonzerne zu strukturellen Anpassungen. Das bedeutet, sie verlieren ihre Monopolstellung in Wirtschaft und Politik.

    In einem Dossier der ZEIT heißt es: „Rund 420 Millionen Dollar investiert die Öl- und Gasindustrie in die Produktion des Zweifels – allein in den Jahren 1997 bis 2004.“ (Die Klimakrieger in: DIE ZEIT, 22.11.2012 Nr. 48). http://www.zeit.de/2012/48/Klimawandel-Marc-Morano-Lobby-Klimaskeptiker. Andere Medienberichte bestätigen dies.

    Jeder muss selbst wissen, wofür er sich prostituiert. Aber selbst die Klimaskeptiker wissen: Kein seriöser Wissenschaftler auf dieser Welt zweifelt ernsthaft am menschengemachten Klimawandel. Sicherlich wird im Einzelfall über den Schweregrad und die Eintrittswahrscheinlichkeit der negativen Folgen diskutiert. Aber über die Richtung herrscht ein breiter wissenschaftlicher Konsens.

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