Klima-Orakel
Maschinen als Mülltrenner

Leser fragen, Klima-Experten antworten. Diesmal will Chris Roos aus Leipzig wissen: „Sollten wir die Mülltrennung nicht Maschinen überlassen?“ Experten des Umweltbundesamtes antworten ihm.
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Auf Mülltrennung zu verzichten, ist ökologisch nicht vorteilhaft. Außerdem hat sich die Trennung von Haushaltsabfällen in der Praxis bewährt und genießt bei Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Akzeptanz. Deshalb wird ab 2015 auch die Trennung von Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfällen vorgeschrieben.

Damit die Wertstoffe im Abfall vollständig genutzt werden können, ist es notwendig, den Abfall dort zu trennen, wo er anfällt. Nur so können die spezifischen Qualitätsanforderungen bei der stofflichen Verwertung eingehalten werden. Wird derAbfall nicht vor Ort getrennt, besteht zum Beispiel erhebliche Gefahr, dass Wertstoffe mit gefährlichen Stoffen kontaminiert werden – zum Beispiel durch Schadstoffe aus Batterien und Energiesparlampen oder Öle.

In seinem Gutachten von 2008 spricht sich auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen dagegen aus, Restmüll und Wertstoffe zu vermischen. Er empfiehlt sogar, neben Verpackungen auch stoffgleiche Nichtverpackungen und Elektrokleingeräte separat zu sammeln, um die Wertstoffausbeute zu erhöhen und die Schadstoffbelastung des Restmülls zu reduzieren.

Auch Komposte und Gärreste können nur verwertet werden, wenn Bioabfälle getrennt gesammelt werden: Die maschinelle Trennung hinterlässt zu viele Stör- und Schadstoffe. Schwermetallrückstände, organische Schadstoffe und Störstoffteile wie Kunststoffschnipsel machen die Verwertung von Komposten, die aus sortiertem Restabfall stammen, unmöglich. Darum ist das in Deutschland auch nicht erlaubt.

Das im Kreislaufwirtschaftsgesetzverankerte Prinzip der Produktverantwortung nimmt außerdem die Hersteller in die Pflicht. Es schafft Anreize für die Herstellung langlebiger, abfallarmer Produkte und soll deren Verwertung oder umweltverträgliche Beseitigung nach dem Gebrauch sicherstellen. Zudem verpflichtet die Verpackungsverordnung Produzenten und Händler, ihre Transport- und Umverpackungen zurückzunehmen und anschließend wiederzuverwenden oder zu verwerten.

Das Sammeln und Verwerten von Leichtverpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, wird in Deutschland von Dualen Systemen durchgeführt. Es ist geplant, die Potenziale der Wertstofferfassung noch besser auszuschöpfen. So sollen künftig pro Einwohner und Jahr zusätzlich rund 7 Kilogramm stoffgleiche Nichtverpackungen aus Kunststoff und Metall getrennt erfasst und hochwertig verwertet werden, die heute noch im Restmüll landen.“

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

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