Klima-Orakel
Versiegelte Flächen

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal möchte Jonas Schwab aus Deggendorf wissen: Wie viele Bäume muss ich pflanzen, um den Klimaschaden durch die Versiegelung von 120 Quadratmeter Fläche auszugleichen? Michael Bahr von iplantatree.org antwortet ihm.
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Eine allgemeingültige Antwort ist nicht möglich. Denn der Klimaschaden, der durch die Versiegelung von Flächen entsteht, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab.

Zunächst stellt sich die Frage, was genau versiegelt wurde. Während zum Beispiel eine landwirtschaftlich genutzte Fläche praktisch überhaupt kein CO2 bindet, kann sich eine Brachfläche mit der Zeit zu einem Wald und damit zu einem wertvollen CO2-Speicher entwickeln. Wie viel CO2 eine Fläche gebunden hätte, wäre sie nicht versiegelt worden, lässt sich daher nur im konkreten Einzelfall beantworten.

Zu klären ist außerdem, was auf der Fläche gebaut wird. Ein Fernsehturm hat beispielsweise eine schlechtere Klimabilanz als ein Windrad – zumindest dann, wenn die Produktion klimaschonenden Stroms bei der Berechnung berücksichtigt wird. Das Passivhaus aus Holz ist wohl die beste Variante fürs Klima: Es verursacht praktisch keine Emissionen und bindet zugleich CO2 langfristig.

Außerdem sind für eine seriöse Berechnung der Ausgleichs-Pflanzung auch Zeitraum und geografische Lage ausschlaggebend. Erst wenn diese Faktoren bestimmt sind, lassen sich anhand forstlicher Ertragstafeln Zahl und Art der zu pflanzenden Bäume ermitteln.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare zu " Klima-Orakel: Versiegelte Flächen"

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  • Je mehr und je intensiver (Asphalt, Beton etc.)die Flächen versiegelt werden, desto mehr Wärme können sie speichern und Einfluss auf das örtliche Klima nehmen. Städte und Ballungsräume sind ein maßgeblicher Faktor für eine zunehmende Erwärmung unserer Erde und als Wärmeinseln bekannt. Je mehr davon, desto mehr erwärmt sich die ERdoberfläche. Je mehr Grün desto geringer die Wärmeaufnahme. Das lernt man eigentlich bereits in der Mittelstufe. Mit CO2 hat die Erwärmung der Erde dagegen nichts zu tun.

  • Wir hätten ja auch schreiben können: Pflanz 100 Bäume oder 2000. Völlig sinnlos, weil völlig an den Haaren herbeigezogen.
    Wems gefällt - hier eine Annäherung:
    1 Hektar Wald bindet ca. 14 Tonnen CO2 pro Jahr. Also binden 120 qm ca. 168 kg pro Jahr. Wir wissen eben nicht, ob auf der Fläche vorher Wald stand usw. Also sind die Aussagen nicht mal eben so pauschal zu treffen. Ein Massivhaus (1 stöckig? 2 Stöckig?) braucht Zement, Dachziegel, Beton. Der muss gebrannt werden. Das Zeug muss rangekarrt werden. Der Elektriker kommt mit seinem Auto angefahren. Sollen wir das alles mit berechnen? Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Welche Bäume pflanzen wir? Wie lange dürfen die wachsen? Stehen die alleine oder im Verbund?

    Wenn wir hier pauschal eine Antwort gegeben hätten, wären wir doof. Der Autor.

  • @Anonymer Benutzer: Welche Sorte Laubbäume denn bitte? Und was heißt hier zubetonieren? Soll da ein Parkplatz drauf oder ein Haus, welches aus vielen Einzelteilen mit unterschiedlichen CO2-Bilanzen besteht, die auch noch von wo auch immer herangekarrt werden müssen...?
    So eine Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, wie einige Kommentatoren hier das wohl gerne hätten...

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