Klima-Orakel
Welchen ökologischen Fußabdruck hat ein Produkt?

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal möchte Lars Kohler aus Geslau wissen: „Wurde für alle Produkte, die es in Deutschland zu kaufen gibt, schon der CO2-Fußabdruck berechnet und wie genau sind diese Werte?“. Christoph Binder von der HS Reutlingen antwortet ihm.
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Der Product Carbon Footprint (PCF) beschreibt die Menge der Treibhausgas-Emissionen, die ein Produkt bei Herstellung, Nutzung und fachgerechter Entsorgung verursacht.

Die Berechnung ist sehr aufwändig. Deshalb gibt es bei weitem nicht für jedes Produkt einen spezifischen PCF. Nur für einzelne Produkte verschiedener Produktkategorien wurde von einigen Herstellern bereits eine detaillierte Berechnung durchgeführt (siehe www.pcf-projekt.de). Derzeit sind die spezifischen PCFs aufgrund ihrer unterschiedlichen Berechnungsmethoden aber noch schwer vergleichbar.

Verbraucher sollten für möglichst viele Produkte des täglichen Bedarfs eine Orientierung über die Klimawirkung erhalten. Daher ist es sinnvoll, für ein typisches Produkt einer Produktkategorie einen so genannten generischen PCF zu berechnen. Dieser kann heute schon Unternehmen dabei unterstützen, Einsparpotenziale für CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu identifizieren. Und Verbrauchern können die generischen PCFs eine Vorstellung vermitteln, welche Größenordnung die jeweilige Produktkategorie im täglichen Konsum einnimmt und wo die CO2-Einsparpotenziale liegen. Solche generischen PCF stellt zum Beispiel Get-neutral zur Verfügung. Die generischen CO2-Fußabdrücke sind bereits für mehrere hunderttausend Produkte der deutschen Konsumlandschaft verfügbar.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare zu " Klima-Orakel: Welchen ökologischen Fußabdruck hat ein Produkt?"

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  • Also ich kann an dem Beispiel Honig die Notwendigkeit des PCF bzw. Energiewertes aufzeigen. Meine Frau hat bei Alnatura ein Glas Honig Biohonig gekauft. Voll gesund, und natürlich BIO dachte ich. Bis der Blick auf das Herkunfsland viel. Südamerika-Region. RICHTIG gelesen. Der Knaller daran ist, noch nichtmal aus einem Ursprungsland, sondern aus verschiedenen. Was für ein gepanschter Bio-Honig ist das denn? BIO ist somit nicht gleich BIO im Sinne der Umwelt, sondern halt nur eine Angabe der besonderen Anbaumethode. Also ich finde eine Kennzeichnung sollte kommen um den CO2 oder Energiewert-Angabe sollte kommen. Natürlich verständlich für den Endkunden. Ansonsten hilft es nur, sich das Produkt genau anzuschauen, oder eben nicht zu kaufen.
    Schönes WO. Frohe Ostern.
    Hhmmm.
    Was hat ein Ei für einen PCF Wert? ;-))

  • Man sollte nicht einfach den Energieeinsatz den CO2-Emissionen gleichsetzen, was nicht korrekt ist. Wird ein Produkt in Frankreich hergestellt, fallen viel weniger CO2 Emissionen an wegen 80% Anteil der Kernkraft an der Stromversorgung dort.

    Stattdessen wäre interessant, auf jedem Produkt die Kilowattstunden Energie zu sehen, die zur Herstellung benötigt wurden. Da wäre so mancher überrascht, wieviel Energie z.B. in einem Stoß Druckerpapier steckt (sind soweit ich mich erinnere 10 kWh für 500 DINA4 Blätter). Die Wichtigkeit der Energie wird immer unterschätzt - es geht eben nicht nur darum, daß die "Lichter anbleiben", und es geht nicht nur um das bischen Energie, daß manmit dem Umstieg von Glühlampen auf Energiesparlampen einsparen kann.

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