Klima-Orakel
Wie entwickelt sich das Eis an den Polen?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Benjamin Jaburek aus Linz nachgefragt, Renate Treffeisen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung antwortet ihm.
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Die Bestimmung der Eismassen der großen Eisschilde unserer Erde und der auftretenden Schwankungen ist eine zentrale Aufgabe in der Klimaforschung und birgt immer noch viele unbeantwortete Fragen. Das Grönländische Eisschild zeigt einen Massenverlust mit einer deutlichen Steigerungsrate in den letzten Jahren. Ebenfalls einen negativen Trend zeigt die Westantarktis. Schwankungsbreiten für die Abschätzung der Verluste ergeben sich durch die unterschiedlichen Methoden, mit denen man die Daten auswertet.

Die Ausdehnung des Meereises ist der gebräuchlichste Parameter, um den Status der Meereisbedeckung wiederzugeben. Mit Satelliten wird dieser Parameter routinemäßig seit 1979 bestimmt. Es gibt für die Arktis zwei Perioden, die den Jahreszyklus bestimmen und von besonderem Interesse sind: März, am Ende des Winters, wenn die Meereisausdehnung ihr Maximum erreicht und September, wenn sich das jährliche Minimum einstellt. Das beobachtete Minimum 2010 ist die drittniedrigste Ausdehnung seit 1979.

Im Gegensatz hierzu verschwindet das Meereis der Antarktis im Sommer fast vollständig. Die Meereisausdehnung der Antarktis im Winter zeigt nur einen sehr geringen Anstieg mit starken natürlichen jährlichen Schwankungen.

Betrachten wir das Meereisvolumen werden die Aussagen sehr viel schwieriger. Es gibt jedoch Beobachtungen und Modellsimulationen, die darauf hindeuten, dass sich die Meereisdicke und das Volumen im Zuge der Verringerung der Meereisausdehnung in der Arktis verringern. Leider gibt es keine arktisweiten und kontinuierlichen Messungen des Meereisvolumens. Für den südlichen Ozean wissen wir noch deutlich weniger.

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