Klima-Orakel
Wie stark sind einheimische Arten durch eingeschleppte Pflanzen und Tiere gefährdet?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Marianne Brinkmann aus Belzig nachgefragt, Nicolai Schaaf vom Naturschutzbund Deutschland antwortet ihr.

Ob chinesische Wollhandkrabbe oder asiatischer Götterbaum – fremde Arten werden meist durch den Menschen eingeschleppt und wirken sich oft schädigend auf die hiesigen Lebensgemeinschaften auswirkt. Dies ist eine Folge des globalen Warenverkehrs und eine Entwicklung, deren Auswirkungen auf andere Ökosysteme vorher niemand abschätzen kann. Durch den Austausch mit wärmeren Regionen kommen entsprechend auch Arten hierher, die von den steigenden Temperaturen profitieren und sich verstärkt ausbreiten können.

Die globale Erwärmung führt auch in Deutschland zu Lebensraumverlagerungen in Richtung Norden oder in größere Höhen, was eine direkte und natürliche Anpassungsreaktion ist. Einige Arten werden sich gut ausbreiten können, spezialisierte Arten können aber auch ihre Lebensräume verlieren. Allein in den kommenden Jahrzehnten könnten bis zu 30 Prozent der in Deutschland heimischen Tier- und Pflanzenarten durch den Klimawandel bedroht sein.

Verlässliche Schutzmechanismen gegen das ungewollte Einbringen von Arten wären vor allem für den Schiffsverkehr (Chinesische Wollhandkrabbe), Tierzuchten (Pazifische Auster) und Zierpflanzen (Japanischer Staudenknöterich) notwendig. Um heimische Arten zu schützen, darf sich aber auch das Klima nicht zu stark verändern. Klimaschutz ist daher auch Naturschutz.

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