Klimaforschung
Der Klimawandel vor unserer Haustür

Wie wird der Klimawandel Deutschland verändern? Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben eine Prognose erstellt, die die Auswirkungen der Erderwärmung bis auf einzelne Landkreise herunterbricht.
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PotsdamHeißere und trocknere Sommer, ein Ost-West-Gefälle in Sachen Klimafolgen und mögliche Engpässe bei der Stromproduktion – das sind die wichtigsten Ergebnisse der neuesten Klima-Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik), die am Montag in Berlin vorgestellt wurden.

Auf Basis einer Vielzahl von Informationen aus den Jahren 1901 bis 2010 berechneten die PIK-Forscher die Auswirkungen der Erderwärmung bis zum Jahr 2100. Rechenmodelle spielten mögliche Effekte auf Land-, Forst-, und Energiewirtschaft bis auf die Ebene deutscher Landkreise hinab durch.

Immer heißere und trockenere Sommer werden demnach bis zum Jahr 2055 zu einem Rückgang der Stromproduktion aus Wasserkraft um gut 12 Prozent führen. Von der sommerlichen Trockenheit wären auch Atom- und Kohlekraftwerke betroffen, die mit Flusswasser kühlen. Sinkende Wasserstände und steigende -temperaturen werden laut der Studie in diesen Kraftwerken zu „häufigeren Einschränkungen“ führen.

Zwar könne bei der Winderzeugung in vielen Regionen mit einer leichten Zunahme der Auslastung gegenüber heute gerechnet werden, heißt es in der Untersuchung weiter. Weil sie aber vor allem im Winterhalbjahr auftritt, könnten die Defizite der Wasserkraft sowie mit Wasser kühlenden Atom- und Kohlemeiler im Sommer nicht ausglichen werden.

„Ostdeutschland wird durch größere Hitze im Sommer und mehr Niederschläge im Winter wahrscheinlich härter getroffen“, sagte Pik-Direktor Hanns Joachim Schellnhuber bei der Vorstellung der Ergebnisse. Vor allem im Leipziger Becken, im Oderbruch oder in Teilen Sachsen-Anhalts sei mit größerer Trockenheit zu rechnen. Dort werde in manchen Gebieten im Jahresmittel um bis zu 30 Zentimeter weniger Regen fallen als heute. Aber auch die Landwirtschaft im nördlichen Oberrheingraben bis zur Kölner Bucht muss sich auf eine zunehmende Trockenheit im Frühjahr und Sommer einstellen.

Die Wissenschaftler wollen die umfassenden regionalen Prognosen zum ersten 1. Dezember ins Internet stellen. Auf der Website KlimafolgenOnline.com sollen dann etwa Landwirte mit einem Mausklick Informationen zu Temperatur- und Regenänderungen jeweils für ihre Felder abrufen können, um mögliche Ernterisiken mit dem Anbau anderer Feldfrüchte minimieren zu können.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wissenschaftler versuchen, unseren Planeten abzukühlen
    mit, wart Sulfate in der Stratosphäre mit
    Solar-Aerosolen zu verwerfen Licht zurück in den Welraum
    und zu reduzieren Sie die Temperatur auf unserem Planeten.
    Angeboten, (es bietet eine Maschine + die verwende wird
    die Schwerkraft.
    1. Die Maschine konnten abkühlen unseres Planeten.
    2. Die Maschine ersetzen kann die Kernkraftwerk.
    3. Die Maschine ersetzen könnten alle fossilen und
    nicht-fossilen Brennstoffen.
    4. Die Maschine kann auszurotten Hungern in der Welt.
    5. Die Maschine nie aufhört zu arbeiten solange es
    existiert Gravitationskraft auf unserem Planeten.
    6. Die Maschine kann gesundes Essen zu den Menschen auf der ganze Welt bieten.
    Die Formel (<><>M= -0+) in der Maschine
    hat heute Bundeskanzlerin Angela Merkel
    und dem Bundesministerium für Wissenschaft.

  • Das ist schon ziemlich merkwürdig. Erst wird wegen des Klimawandels eine Erhöhung der Niederschläge prognostiziert und kaum haben wir eine Trockenperiode wird diese ebenfalls mit dem Klimawandel begründet.
    Sicher ist, das Klima ändert sich durch menschlichen Einfluss, das war zwar schon immer so, aber wohl aufgrund der gewachsenen Bevölkerung noch nie so schnell.
    Wie sich aber die Einflussgrößen real und langfristig auf das Klima auswirken, davon haben die Forscher wohl immer noch nicht den blassesten Schimmer, jedenfalls nicht die mit den Computermodellen.
    Wer aber weiterhin Staatsknete beziehen will, muss natürlich öffentlichen Rückhalt haben, damit er weiter fianziert wird. So werden wir wohl noch so manche "Klimaänderung" erleben aufgrund kurzfristiger Wetterphänomene und am Ende werden die Gurus Recht behalten, schließlich wird irgendwann eine solche Prognose mehr oder minder zufällig treffend sein.
    Für die Gäubigen ist das ohne Belang, sie haben ohnehin ein kurzes Gedächnis, wenn man glaubt, braucht man auch nicht mehr.

    H.

  • Prima, da wird uns also vorhergesagt, wie die Sommer im Jahr 2100 in Deutschland werden. Zwar nicht konkret aber immerhin. Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere daran, dass viele Sommer gar nicht so trocken waren und es gar Überschwemmungen (Dresden) gab?
    Macht aber nichts, wenn es politisch oportun ist, darf man sowas.
    Übrigens sind solche Vorhersagen völlig unabhängig von der globalen Klimaerwärmung völliger Humbug.
    Wenn global die Temperaturen steigen, ist es eben nicht sicher, dass dann auch die Temperaturen in Deutschland steigen, leider.
    Lokales Klima ist gleich Wetter. Wer das Wetter für das Jahr 2100 vorhersagt ist ein Scharlatan.

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