Klimaforschung
Mit dem Wüstenstaub um die Welt

Wüstenstaub in der Atmosphäre beeinflusst unser Klima, seine genaue Wirkung ist aber noch kaum erforscht. Forscher des DLR begleiten nun Sandwolken aus der Sahara auf ihrem Weg um die Welt, um das Phänomen zu erforschen.
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MünchenFeinste Partikel von Wüstenstaub fliegen tausende Kilometer weit und beeinflussen dabei das Klima. Der genaue Effekt ist aber eine der größten Unbekannten in den Klimaprognosen. Derzeit untersuchen Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Sandstrom aus der größten Wüste Sahara bis in die Karibik ganz direkt per Flugzeug. Die Ergebnisse sollen Klimamodelle präzisieren, erklärt Markus Rapp, Leiter des Instituts für Physik in der Atmosphäre beim DLR in Oberpfaffenhofen bei München.

Die genauen Einflüsse auf die Bewölkung und das Wetter sind schon deshalb unklar, weil verschiedene Mechanismen wirken. „Da gibt es riesengroße Unsicherheiten“, so Rapp. „Es geht jetzt darum, die Unsicherheiten signifikant zu reduzieren.“

Die feinen Staubpartikel - Aerosole - absorbieren Sonnenstrahlen, reflektieren sie aber auch - und wirken so sowohl klimaerwärmend als auch abkühlend. Zudem gibt es einen indirekten Effekt: Die Teilchen führen zu kleineren Wassertropfen in den Wolken, verstärken damit die Reflexion des Lichts und die abkühlende Wirkung. Unklar ist die Stärke dieser Faktoren. Als gesichert gelte nur: „Der Nettoeffekt ist negativ, Aerosole führen insgesamt zu einer Abkühlung.“

Die Teilchen von einem 100stel bis 1000stel der menschlichen Haardicke stammen teils aus Abgasen von Industrie und Verkehr, teils aus natürlichen Quellen wie Waldbränden, Vulkanausbrüchen oder eben Wüstenstürmen. Schätzungen zufolge gelangen jährlich fünf Milliarden Tonnen Aerosolpartikel in die Atmosphäre; dabei nimmt die Staubmenge weltweit zu. Allein der Staub aus der Sahara macht derzeit 1,5 Milliarden Tonnen aus.

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Flug bis in die Karibik

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  • Wir wollen nicht die Staubpartikel lenken, sondern wir
    wollen die Luftmassen lenken.

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