Klimainitiativen
Flucht nach vorn

Die Energieversorger gehören zu den größten betrieblichen CO2-Verursachern in Europa. Bezeichnungen wie Klimasünder und Dreckschleuder-Rankings machen den Energieversorgern zu schaffen. Eine Möglichkeit ist die Flucht nach vorn. Vattenfall beispielsweise wählte die Gründung einer Klimainitiative und initiierte die Combat Climate Change (3C) Initiative.

DRESDEN. Die Klimainitiative “Combat Climate Change” (3C) ist eine internationale Gruppe von Unternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben beim Klimaschutz eine Vordenkerrolle zu übernehmen und eine aktive Rolle von Industrie und Wirtschaft zum Klimaschutz fordern. Die 3C-Initiative wurde erstmals am 1. Januar 2007 in Brüssel dem Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, vorgestellt.

Mittlerweile sind 40 Unternehmen aus 11 Ländern und vier Kontinenten Teil der Initiative. Die teilnehmenden Unternehmen haben einen Gesamtumsatz von ca. 1100 Mrd. Euro (entspricht dem 10-fachen EU-Haushalt) Insgesamt beschäftigen sie mehr als vier Millionen Arbeitnehmer in 220 Ländern. 18 der Mitglieder sind Energieversorger die 15-16 Prozent des weltweiten Elektrizitätsangebotes produzieren.

Die Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Verantwortung gegenüber dem Klimaschutz ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln. Benötigt wird ihrer Auffassung nach jedoch auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, um Anreize zu schaffen für ökonomische Lösungen, technische Entwicklungen und marktbasierte Investitionen.

Die 3C-Initiative konzentriert sich in ihrer Arbeit auf drei Themen:

  1. Förderung einer effizienten Politik durch Identifizierung von Emissions-Minderungspotentialen in der globalen Wirtschaft

  2. Nutzung der globalen Marktwirtschaft durch Entwicklung eines Emissionshandels-Systems und flexibler Marktmechanismen

  3. Durchsetzung einer starken Technologieentwicklung durch Unterstützung und Verbreitung von Schlüsseltechnologien.

Doch welche genauen Motive hat ein Unternehmen sich in Klimainitiativen zu engagieren? Wir haben bei Vattenfall als Gründer der 3C-Initiative nachgefragt:

Lässt es sich gemeinsam im Rahmen von Initiativen besser gegen den Klimawandel kämpfen?

Katharina Bloemer (im Bereich Konzernkommunikation zuständig für Erneuerbare Energien): Der Klimawandel übersteigt die Handlungsmöglichkeiten einzelner Unternehmen, ja auch die einzelner Staaten. Selbst die EU kann hier nur relativ geringe Beiträge selbst leisten. Der Klimawandel erfordert eine Gemeinschaftsanstrengung von Bürgern, Staat und Wirtschaft auf globalem Niveau. Dies ist die eigentliche Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen.

Welche Rolle spielt die Verlässlichkeit der Politik für Ihre Klimastrategie?

Die Politik setzt die Rahmenbedingungen für die Handlungsspielräume der Wirtschaft – auch beim Thema Klimawandel. Verlässlichkeit und langfristige Planungssicherheit sind dabei von grundlegender Bedeutung. Dies gilt vor allem für grundlegende Infrastrukturbranchen wie die Energiewirtschaft, die in einem zunehmend volatilen und risikobehafteten Markt die Finanzierung sehr aufwändiger und langlebiger Investitionsgüter sicherstellen muss. Kurzfristiger Aktionismus und rasch wechselnde Instrumente sind für neue Investitionen nicht förderlich. Energiepolitik und Energiewirtschaft müssen sich gemeinsam den Herausforderungen des globalen Klimawandels stellen und dabei sowohl die „langen Linien“ von Infrastrukturinvestitionen als auch die unverändert notwendige Balance im „magischen Dreieck“ von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz beachten.

Wie sieht die Zukunft der Klimapolitik aus? Wird die Bedeutung von Initiativen zunehmen?

Die Klimapolitik steht vor der zentralen Herausforderung, in den kommenden 2-3 Jahren ein global tragfähiges Nachfolgeregime für das Kyoto Protokoll zu entwickeln. Nur durch die Kooperation aller wesentlichen Emittenten wird es gelingen, den für das Leben auf der Erde gefährlichen Klimawandel zu vermeiden und zugleich die Entwicklung der Welt in nachhaltige Bahnen zu lenken. Initiativen wie 3C können und wollen Katalysatoren dieser Prozesse sein.

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