Klimakonferenz in Cancún
Umweltminister Röttgen hält Scheitern für möglich

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hält ein Scheitern der Klimakonferenz im mexikanischen Cancún für möglich. Das sagte er kurz vor der offiziellen Eröffnung der Ministerrunde. Die Warnung verband er mit einem Appell.
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HB CANCÚN. Er könne nicht garantieren, "dass wir mit einem Ergebnis nach Hause fahren", sagte Röttgen am Dienstag in Cancún. "Es gestaltet sich schwierig, hier in den einzelnen Bereichen zu Ergebnissen zu kommen", sagte er und verwies darauf, dass nicht einmal in Verfahrensfragen Einigkeit herrsche. Gleichwohl lobte der Minister die konstruktive Atmosphäre der Verhandlungen.

Röttgen appellierte insbesondere an die USA und China, sich auf konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel einzulassen. "Wir werden das Ziel nur gemeinsam erreichen unter Beteiligung der großen Emissionsländer USA und China", sagte der Minister. Die Position der EU bezeichnete Röttgen hingegen als überzeugend: "In allen entscheidenden Bereichen steht die Europäische Union für die Entschlossenheit, selbst Schritte zu unternehmen", sagte der Minister.

Ein Erfolg sei in Cancún dann erzielt, wenn es gelinge, den Prozess in Gang zu halten. Es gehe darum, die auf der Klimakonferenz in Kopenhagen getroffenen Vereinbarungen "aufzuwerten in den Status von konkreten Entscheidungen" und in einzelnen Bereichen ausweiten, sagte Röttgen. Am Ende müsse ein Paket stehen, "wo alle liefern müssen, Industrieländer, auch Entwicklungsländer, um dann auch den Prozess konkret voranzutreiben". Der CDU-Politiker räumte zugleich ein, dass dies "gemessen am Problem" noch nicht ausreichen sei, weil das selbstgesetzte Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu beschränken, damit nicht erreicht werden könne.

Röttgen fügte hinzu, dass sich in Mexiko zudem entscheiden werde, "ob die Vereinten Nationen ein Handlungsformat zur Lösung dieses globalen Problems darstellen oder nicht". Beide Fragen ließen sich nach zweimaligem Scheitern nicht voneinander trennen. Er selbst betonte, dass er zu den Verhandlungen unter dem Dach der UN "keine überzeugender Variante" sehe.

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