Klimaschutz
Verbraucher verschmähen moderne Heizungstechnik

Die Debatte um den Klimaschutz hat den Herstellern von Heiz- und Umwelttechnik bislang nicht geholfen. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach energiesparender Technik ist im ersten Halbjahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr fast um ein Viertel eingebrochen. Beim Branchenverband BDH ist von einer „immer stärkere Verunsicherung“ der Bürger die Rede.

str BERLIN. Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse des Branchenverbandes BDH. Laut BDH ist im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Bewilligungsbescheide für zinsverbilligte Darlehen aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW von gut 80 000 auf knapp 34 000 zurückgegangen. Die KfW bestätigte die Zahlen.

BDH-Präsident Klaus Jesse nannte die „immer stärkere Verunsicherung“ der Bürger als Grund. Geschadet habe unter anderem die Debatte über die hohen Kosten des Klimaschutzes, sagte Jesse. Tatsächlich rechneten sich die Investitionen in moderne Heiztechnik aber binnen sieben bis acht Jahren, sagte Jesse. Eine bessere Heizung und die Nutzung erneuerbarer Energien seien der einzige Weg, steigende Energiekosten abzufangen.

In 24 Mill. der 37 Mill. Wohnungen in Deutschland entspricht die Heizung laut BDH nicht dem Stand der Technik. Darin sieht der Verband Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz: Private Haushalte nutzen 85 Prozent ihres Energiebedarfs für Heizung und Warmwassererzeugung.

Der BDH begrüßt zwar grundsätzlich die Bemühungen der Bundesregierung zum Klimaschutz, warnt aber vor dirigistischen Vorgaben. Das Bundeskabinett hatte sich kürzlich auf ein Klimaschutzpaket verständigt, das in den kommenden Monaten in Form von Gesetzen und Verordnungen in die Praxis umgesetzt werden soll.

Der Plan, Hausbesitzern vorzuschreiben, einen bestimmten Anteil der Heizwärme aus erneuerbaren Energien zu beziehen, solle fallen gelassen werden, forderte der BDH. Er würde Hausbesitzer verleiten, Investitionen auf die lange Bank zu schieben. Außerdem fordert der Verband, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm deutlich zu vereinfachen und das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien zu verstetigen.

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