Klimastudie

Treibhausgas auf Extremniveau

Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Erdatmosphäre ist während der vergangenen zwei Millionen Jahre weitgehend konstant geblieben. Für den gegenwärtig zu beobachtenden Klimawandel verheißt das allerdings nichts Gutes.
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Die heute zu beobachtenden CO2-Extremwerte sind in der jüngeren Erdgeschichte ohne Beispiel. Quelle: dpa

Die heute zu beobachtenden CO2-Extremwerte sind in der jüngeren Erdgeschichte ohne Beispiel.

(Foto: dpa)

HB DÜSSELDORF. Die Kohlendioxidgehalte der Atmosphäre liegen gegenwärtig um mehr als ein Drittel höher als die Spitzenwerte in den vergangenen zwei Millionen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe um Bärbel Hönisch vom Lamont-Doherty Earth Observatory in New York.

In ihrer Studie, die sie aktuell im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichen, weisen die Forscher nach, dass die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Erdatmosphäre während der vergangenen zwei Millionen Jahre weitgehend konstant geblieben ist. Damit sind die derzeitig extrem hohen Werte des Klimakillers in der jüngeren Erdgeschichte beispiellos.

Für zuverlässige Klimaprognosen ist ein möglichst genauer Blick in die Vergangenheit unerlässlich. Dabei steht vor allem die Frage im Vordergrund, ob es in der Erdgeschichte bereits ähnlich hohe Kohlendioxidwerte wie heute gab und wie diese das Klima beeinflussten. Manche Wissenschaftler glauben, dass Schwankungen des Gases in der Atmosphäre auch früher schon die meteorologischen Bedingungen auf der Erde prägten und dass sinkende CO2-Werte zu den periodisch wiederkehrenden Eiszeiten beitrugen.

Dies ist zumindest in der jüngeren Erdgeschichte nicht der Fall, wie Hönisch und ihre Kollegen nachweisen konnten. Durch Bohrungen vor der afrikanischen Atlantikküste konnten die Geoforscher Planktonreste mit einem Alter bis zu 2,1 Millionen Jahren gewinnen. Aus den in den Schalen eingelagerten Bor-Isotopen leiteten die Wissenschaftler die jeweils vorherrschenden CO2-Konzentrationen auf der Erde ab.

Diese waren demnach nur geringfügigen Schwankungen unterworfen. Dies gilt auch für die Zeit vor etwa 850 000 Jahren, als die Eiszeiten länger wurden und sich die Eismassen weiter von den Polen entfernten als zuvor. Hinter dieser Abkühlung vermuteten viele Forscher fallende CO2-Werte.

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