Klimawandel auf den Salomonen
Inseln, die im Meer versinken

Wie viele Millimeter steigt der Meeresspiegel durch den Klimawandel? Experten forschen und prognostizieren, aber für die Menschen auf den Salomonen-Inseln im Pazifik geht es längst ums Überleben.

HoniaraRobert Satu hat sein Leben lang in seinem Fischerdorf mit ein paar Dutzend Hütten auf den Salomonen-Inseln in der Südsee gelebt. „Von der Straße bis zum Meer, das waren immer gut 120 Meter“, sagt der Dorfälteste in einem Dokumentarfilm über die Folgen des Klimawandels. „Heute ist es noch die Hälfte. Das Meer drängt uns Richtung Straße, aber viel weiter können wir nicht. Irgendwann müssen wir gehen. Ich habe Angst.“

Die Salomonen, das ist ein Staat mit Hunderten von Inseln und gut einer halben Million Einwohnern, sechseinhalb Flugstunden nordöstlich von Sydney in Australien gelegen. „Entdecken Sie das beste Geheimnis der Welt“, lockt die Tourismusbehörde und macht mit Palmen, Kokosnüssen und langen Sandstränden Reklame.

„Radio Happy Islands“ heißt der Hauptsender. Doch haben die Salomonen jetzt ein trauriges Kapitel der Klimawandel-Geschichte geschrieben. Wissenschaftler haben hier erstmals hieb- und stichfest den Verlust von fünf Inseln wegen steigender Meeresspiegel dokumentiert, wie sie im Frühjahr im Fachjournal „Environmental Research Letters“ berichteten. Auf sechs weiteren Inseln versinkt immer mehr Küste im Meer.

Die fünf verschwundenen Inseln zwischen einem und fünf Hektar waren nicht bewohnt, aber mit mindestens 300 Jahre alten Wäldern bewachsen, wie die australischen Wissenschaftler berichten. Auf der Insel Nuatambu, auf der 25 Familien leben, seien seit 2011 elf Häuser fortgespült worden.

„Dies ist der erste wissenschaftliche Beweis, der die dramatischen Folgen des Klimawandels bestätigt, von dem viele Menschen im Pazifikraum berichten“, schreiben die Forscher um Simon Albert von der University of Queensland. „An den Salomonen ist der Meeresspiegel dreimal so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt: 7 bis 10 Millimeter pro Jahr seit 1994.“

„Früher haben die Fischer die Mangroven an den Küsten abgeschlagen, um besser anlanden zu können, und irgendwo im Wald ein paar Nutzpflanzen angebaut“, sagt der Direktor des Klimawandelprogramms der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Pazifik Region, Wulf Killmann. „Das ging, als die Bedingungen noch verlässlich waren und die Bevölkerung überschaubar.“

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