Klimawandel
Grönlands Gletscherseen beschleunigen Eisschmelze

Der Zustand von Grönlands Eismassen gilt als wichtiger Faktor bei der Vorhersage, wie stark der Meeresspiegel in Zukunft ansteigen könnte. Jetzt sind Klimaforscher einer beunruhigenden Entwicklung auf die Spur gekommen.
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MiamiDie Bildung neuer Seen in Grönland durch den Klimawandel droht die Gletscher noch schneller schmelzen und den Meeresspiegel weiter ansteigen zu lassen. Die von sogenannten supraglazialen Seen bedeckte Fläche der arktischen Insel könnte sich bis zum Jahr 2060 verdoppeln, heißt es in einer aktuell in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlichten Untersuchung.

Supraglaziale Seen entstehen, wenn sich Schmelzwasser in Gletschersenken sammelt. Bislang hatten Wissenschaftler angenommen, dass die Auswirkungen dieser Wasserflächen eher gering seien. Die Studie von Forschern der Universität im britischen Leeds warnt nun aber davor, dass sich die Gletscherschmelze durch sie spürbar beschleunigen könnte.

Die supraglazialen Seen würden mehr Sonnenlicht anziehen und Sickerwasser abgeben, wodurch das umliegende Eis immer weiter zurückgehe, schreiben die Forscher. Sie stützten ihre Erkenntnisse unter anderem auf Satellitendaten, anhand derer sie die Bildung neuer Wasserflächen auf Grönland prognostizieren.

Seit den 70er Jahren hat sich die Schmelzzone auf der Insel langsam von den Küsten ins Landesinnere ausgedehnt. Derzeit sei der mit supraglazialen Seen bedeckte Küstenstreifen 56 Kilometer breit, bis 2060 werde sich diese Zone auf bis zu 110 Kilometer verbreitern.

Das Abschmelzen der grönländischen Gletscher gilt als ein wichtiger Faktor bei der Berechnung des Anstiegs der Ozeane durch den Klimawandel. Bis zum Jahr 2100 könnte Schmelzwasser aus Grönland den Meeresspiegel um bis zu 22 Zentimeter heben, schätzen Klimaforscher.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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