Klimawandel Weniger Sauerstoff in den Meeren

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Überlebensschwellen werden unterschritten
Ein sogenannter Kranzwasserschöpfer zur Entnahme vom Wasserproben wird vom Forschungsschiff Meteor aus in den Atlantik gelassen. Quelle: dpa
Forschung vor der Küste Westafrikas

Ein sogenannter Kranzwasserschöpfer zur Entnahme vom Wasserproben wird vom Forschungsschiff Meteor aus in den Atlantik gelassen.

(Foto: dpa)

In einem Kommentar in „Nature“ verweist der Wissenschaftler Denis Gilbert vom kanadischen Fischerei- und Meeresinstitut Maurice-Lamontagne in Mont-Joli (Quebec) auf die drohenden Risiken. Die meisten Meeresorganismen bräuchten Sauerstoff, um zu überleben.

Eine Abnahme um zwei Prozent erscheine zwar zunächst nicht viel. Aber die Auswirkungen auf Meeres-Ökosysteme könnten schwerwiegend sein, so Gilbert. Das gelte für Regionen, in denen der Sauerstoffgehalt ohnehin bereits niedrig sei oder für Zonen mit Minimalgehalt. Dort dürften die kritischen Schwellen fürs Überleben unterschritten werden.

Arktisches Eis taut bis zum Nordpol
Arktisches Meereis
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Die Meereisfläche in der Arktis ist in diesem Sommer weiter massiv geschrumpft. Das Eis sei bis in die Zentralarktis um den Nordpol hinein getaut, sagte der Klimaforscher Klaus Grosfeld vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI).

Messung der Meereis-Dicke nördlich von Grönland
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 Die Eisfläche in der Arktis reduzierte sich nach Untersuchungen des AWI im September auf eine Größe von knapp 4,1 Millionen Quadratkilometern. (Foto: AWI)

Meereis-Minimum 2007 (blau), 2012 (gelb) und 2016 (rot)
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Das war nach der Rekordschmelze im Jahr 2012 die zweikleinste Fläche seit Beginn der Auswertung von Satellitendaten. (Grafik: AWI)

Arktisches Meereis
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Das Meereis der Arktis gilt als kritisches Element im Klimageschehen und als Frühwarnsystem für die globale Erwärmung. In den 1970er und 1980er Jahren lagen die sommerlichen Minimumwerte noch bei durchschnittlich rund sieben Millionen Quadratkilometern.

Arktisches Meereis
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So weit nördlich sei das Eis bis dato in den Sommermonaten noch nie geschmolzen. „Das zeigt, wie angegriffen das System ist“, betonte Grosfeld.

AWI-Meereisdickensensor (r.) beim Messflug
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Im Winter werde der Bereich zwar wieder zufrieren. Nun bestehe aber die Gefahr, dass im nächsten Sommer das Meereis wieder so weit zurückgehe, so der Forscher.

AWI-Forschungsflugzeug Polar 6
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Grund für die Meereisschmelze sei die Klimaerwärmung. „Der Trend ist ungebrochen“, sagte Grosfeld.

Gilbert warnte auch davor, dass neben der globalen Erderwärmung negative Einflüsse wie steigende CO2-Emissionen und wärmeres Wasser verbunden mit einem geringeren Sauerstoffgehalt die negativen Auswirkungen auf das Leben im Meer noch verschlimmern könnten. „Die Forschungsergebnisse von Schmidtko und seinen Kollegen sollten bereits jetzt die Alarmglocken lauter schrillen lassen hinsichtlich der Konsequenzen der globalen Erwärmung.“

Schmidtko selbst resümiert: „Wir konnten jetzt zum ersten Mal die Sauerstoffverteilung und deren Änderung im gesamten Weltozean dokumentieren – das ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Prognosen für den Ozean der Zukunft zu verbessern.“

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  • dpa
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