Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe
Vattenfall verbannt Klimakiller in den Boden

Im brandenburgischen Schwarze Pumpe geht am Dienstag ein umstrittenes Pilotprojekt zur CO2-armen Stromerzeugung an den Start. Betreiber Vattenfall Europe preist sein neues Braunkohlekraftwerk als Technik der Zukunft, Umweltschützer stehen der Anlage kritisch gegenüber.

DÜSSELDORF. Testfall CO2-Management: Der Energieversorger Vattenfall Europe startet am morgigen Dienstag das weltweit erste Braunkohlekraftwerk, bei dem das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) nicht mehr in die Atmosphäre gelangt. Das entstehende Treibhausgas aus der Pilotanlage im brandenburgischen Spremberg wird verflüssigt und mit Tanklastwagen in die 350 Kilometer entfernte Altmark (Sachsen-Anhalt) gefahren. Dort soll es in eine fast ausgebeutete Erdgaslagerstätte gepresst werden.

Es ist eine höchst umstrittene Anlage, die im brandenburgischen Schwarze Pumpe in Betrieb gehen soll. Der Energiekonzern als Bauherr preist die weltweit erste Pilotanlage für ein CO2-armes Kohlekraftwerk als Technik der Zukunft, die zur Eindämmung des Klimawandels beitragen könne. Umweltschützer dagegen halten die Entwicklungsrisiken für zu hoch und fürchten eine Verzögerung des Ausstiegs aus der klimaschädlichen Kohleverstromung.

Denn der Energiekonzern Vattenfall, der 70 Millionen Euro in den Bau der Pilotanlage investiert hat, setzt auch für die Zukunft auf Strom aus Kohle. Erst vor sieben Jahren hatte das schwedische Unternehmen die ostdeutschen Braunkohlentagebaue und -kraftwerke des VEAG-Konzerns übernommen. Darunter befindet sich mit dem Kraftwerk Jänschwalde nach Messungen des World Wide Fund for Nature (WWF) eine der größten Dreckschleudern Europas mit einem jährlichen Ausstoß von 25 Millionen Tonnen CO2.

Um Kohle künftig sauberer verbrennen zu können, will Vattenfall mit seiner in den vergangenen beiden Jahren errichteten Pilotanlage eine simpel klingende Idee testen. Im Herzstück des Minikraftwerkes, einer 230 Tonnen schweren Brennkammer, soll während der Verbrennung von Braunkohle das entstehende Kohlendioxid abgetrennt und in Tanks aufgefangen werden. Danach soll es verflüssigt und in geeigneten Endlagern unter der Erde versenkt werden.

In die Atmosphäre gelange nur noch weniger als zehn Prozent des anfallenden CO2, heißt es. Die Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb in Schwarze Pumpe mit 30 Megawatt Wärmeleistung will der Energiekonzern nutzen, um bis spätestens 2015 zwei Demonstrationskraftwerke in Deutschland und Dänemark zu errichten.

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