Kolumbien Friedensprozess gefährdet giftigen Regenwaldbewohner

In Kolumbien geben tausende Guerilleros derzeit ihre Waffen ab, das Land kommt nach langem Bürgerkrieg wieder zur Ruhe. Doch für einen Bewohner der ehemaligen Rebellengebiete könnte der Frieden fatale Folgen haben.
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Ausgerechnet der Friedensprozess in Kolumbien gefährdet den Regenwaldbewohner. Quelle: dpa
Schrecklicher Pfeilgiftfrosch

Ausgerechnet der Friedensprozess in Kolumbien gefährdet den Regenwaldbewohner.

(Foto: dpa)

BogotáSchon der Name lässt schaudern: Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch gilt als giftigste Froschart weltweit. Kommt sein Gift mit offenen Wunden in Kontakt, ist das für Menschen tödlich. Doch der kleine Bewohner von Kolumbiens nördlicher Pazifikzone ist selbst bedroht – und zwar ausgerechnet durch den Friedensprozess in dem lange vom Rebellenkonflikt erschütterten Land.

Im Zuge des Friedensvertrages der Regierung mit den Farc-Rebellen legen die rund 6900 Guerilleros derzeit in 26 Entwaffnungszonen unter UN-Kontrolle ihre Waffen ab, bis Ende Mai soll die linke Guerilla Geschichte sein. Auch einen Friedensvertrag mit der kleineren ELN-Guerilla strebt die Regierung an.

Die Giraffe steht jetzt auf der Roten Liste
Bedrohte Art
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Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat die Giraffe auf ihre Rote Liste der vom Aussterben gefährdeten Arten gesetzt. Ihre Population sei in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken, teilten die Umweltschützer am Donnerstag (8.12.) mit.

Immer weniger Lebensraum
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Wurden 1985 noch rund 163.000 Exemplare gezählt worden, so waren es 2015 nur noch rund 97.000. Das liege vor allem daran, dass die Tiere immer weniger Lebensraum hätten und sie illegal gejagt würden, so die IUCN. Zudem trügen politische Unruhen in den Hauptverbreitungsgebieten der Tiere im Süden und Osten Afrikas zum Schwund der Bestände bei.

Nashorn
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Auch andere Großtiere des afrikanischen Kontinents stehen auf der Roten Liste. So etwa das Nashorn, das auf der Abschussliste von Wilderen weit oben steht, weil seinem Horn fälschlicherweise heilende Wirkung zugeschrieben wird. Sowohl die afrikanischen Breitmaul- und Spitzmaul-Nashörner, als auch die in Asien beheimateten Java-, Panzer- und Sumatra-Nashörner sind akut vom Aussterben bedroht.

Elefant
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Auch für Elefanten stellen Wilderer eine große Gefahr dar. Wegen der hohen Nachfrage nach Elfenbein werden die riesigen Tieren sogar in Nationalparks bejagt. In Afrika gibt es laut einer aktuellen Studie noch etwa 350.000 Tiere, jedes Jahr werden es etwa acht Prozent weniger. Noch dramatischer sieht die Lage für den Asiatischen Elefanten aus, laut der Naturschutzorganisation WWF leben in Asien nur noch zwischen 25.600 und 32.750 Tiere.

Menschenaffen
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Auch die Menschenaffen – Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans – stehen auf der Liste der bedrohten Arten. Weltweit gibt es noch rund 6000 Gorillas. Neben Wilderern bedrohen Infrastrukturprojekte und damit einhergehende Rodungen den Bestand der Tiere. Nach Schätzungen des WWF werden bis zum Jahr 2030 über 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.

Tiger
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Doch nicht nur Afrika steht im Fokus der Artenschützer. In Indien lebt mehr als die Hälfte der weltweit noch rund 3000 Tiger. Trotz Dutzender Schutzgebiete schwand ihre Zahl von etwa 5000 bis 7000 in den 90er Jahren, als ihr Lebensraum noch mehr als doppelt so groß war. Die Wilderei, getrieben von der Nachfrage nach Tigerteilen in der traditionellen chinesischen Medizin, stellt eine große Gefahr dar, ebenso wie die Abholzung von Wäldern und das Wachstum von Städten. Dadurch kommen die Großkatzen menschlichen Siedlungen immer näher und geraten in Konflikt mit Dorfbewohnern, die Angriffe auf sich selbst oder ihr Vieh fürchten.

Tiger
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Gründe für das Verschwinden des Tigers sind neben Trophäenjagd und organisierter Wilderei der Raubbau am Lebensraum der Tiere: Ihr einstiges Verbreitungsgebiet erstreckte sich vom Kaukasus über Indien und China bis nach Sibirien. Um 1900 gab es schätzungsweise noch 100.000 Tiger in ganz Asien. Mittlerweile haben die freilebenden Tiger noch rund 100.000 Quadratkilometer Lebensraum, wenn man alle Gebiete zusammenrechnet. Das entspricht der Fläche der Insel Neufundland vor der kanadischen Nordküste.

Die Einigung ist wichtig, damit jene Rebellen nicht in früheren Farc-Gebieten die Kontrolle übernehmen. Doch mit dem Abzug aus den von der Guerilla bisher kontrollierten Gebieten geben die Rebellen auch den Zugang zum Regenwald wieder frei, in dem der Frosch lebt – und damit den Weg für seine Jäger, die das Gebiet jahrzehntelang mieden.

Wegen seiner grellgelben Färbung ist Phyllobates terribilis – so der wissenschaftliche Name – auch als Goldener Giftfrosch bekannt. Er wird zwischen zwei und fünf Zentimeter lang und lebt in den riesigen Regenwäldern auf Höhe des Departements Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama.

Wertvoll ist der auf der Roten Liste bedrohter Arten als „stark gefährdet“ eingestufte Lurch vor allem wegen des Abwehrgiftes in seiner Haut. Damit haben ausländische Labors erfolgreich Schmerzmittel entwickelt, die ähnliche Eigenschaften haben wie Morphin, aber nicht seine Suchtwirkung.

Regulierende Funktion für die Umwelt
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