Konzentrator-Photovoltaik
Hansjörg Lerchenmüller: Der Stromsammler

Hansjörg Lerchenmüller lockt spanische Investoren mit seiner Konzentratortechnik. Diese verwandelt starke Sonnenstrahlen effizient in elektrische Energie. Doch um Investoren und erste Kunden zu finden, musste der Freiburger zunächst einmal Prototypen bauen, um zu beweisen, dass die Technik tatsächlich funktioniert. Jetzt muss nur noch die Politik mitspielen.
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Als Hansjörg Lerchenmüller im Herbst 2004 gefragt wird, ob er sich vorstellen kann, das Start-up Concentrix Solar zu gründen, da zögert der damals 37-jährige Physiker nur einen kleinen Moment. "Da die Entscheidung mein künftiges Leben beeinflussen würde, wollte ich erst mit meiner Frau darüber sprechen. Als sie einverstanden war, habe ich direkt zugesagt", erinnert sich der heutige Concentrix-Chef an das entscheidende Gespräch mit seinem Chef Joachim Luther, dem damaligen Leiter des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).

Die Entscheidung fiel ihm deshalb so leicht, weil er selbst sechs Monate zuvor die Marktchancen, der am ISE entwickelten Konzentratortechnologie für die Gewinnung von Solarstrom, auf Herz und Nieren geprüft und eine Ausgründung ausdrücklich empfohlen hatte. Die Aussichten für eine Vermarktung der neuen Solartechnik seien hervorragend gewesen. Die Alternative, die Technik an Großunternehmen zu verkaufen, hätte sehr viel länger gedauert, sagt der Physiker.

Doch um Investoren und erste Kunden zu finden, mussten die Freiburger zunächst einmal Prototypen bauen, um zu beweisen, dass ihre Technik tatsächlich funktioniert. Als dies Mitte 2006 geschafft war, machten sich die Concentrix-Mitarbeiter daran, mit Hilfe des FraunhoferInstituts die Konzentratormodule zur Serienreife zu bringen.

Gleichzeitig haben sie die Technologie weiterentwickelt. "Heute sind wir beim Wirkungsgrad führend", sagt Lerchenmüller, der mit seiner Technik namhafte Investoren gewinnen konnte, wie die Wagniskapitalgesellschaft Good Energies, die unter anderem auch bei Unternehmen wie Q-Cells oder Solarfun engagiert ist. Seit der zweiten Finanzierungsrunde, die 2008 begonnen hat, ist nun auch das spanische Unternehmen Abengoa Solar - eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Entwicklung und Konstruktion von Solarkraftwerken - an dem Unternehmen beteiligt.

Die Konzentratortechnik ist vor allem für Kraftwerkseinheiten bis zu mehreren Megawatt geeignet. Das Besondere der am ISE entwickelten Solartechnik - der sogenannten Flatcon-Technologie - ist, dass sie Sonnenlicht mit einer außerordentlich hohen Effizienz in Strom umwandelt. Dabei bündelt eine Linse die Sonnenstrahlen auf kleinste hocheffiziente Solarzellen, die das Licht dann direkt in elektrische Energie umwandeln. Der Wirkungsgrad eines Moduls liegt derzeit im Schnitt bei 27,2 Prozent. Handelsübliche nicht-konzentrierende Module mit monokristallinen Siliziumsolarzellen kommen dagegen nur auf einen Wirkungsgrad von 15 bis maximal 20 Prozent.

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