Kraftwärme-Kraftwerke
Deutsch-japanische Brennstoffzellen-Allianz

Panasonic, Japans führender Hersteller von Brennstoffzellen, entwickelt mit Viessmann Kraftwärme-Kraftwerke für das Eigenheim. Damit soll die Energiegewinnung aus Wasserstoff für einen Massenmarkt erschwinglich werden.
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TokioDaimler und Nissan, Epcos und TDK, Gildemeister und Mori Seiki – es gibt bereits eine lange Reihe von ambitionierten deutsch-japanischen Unternehmenskooperationen. Nun reihen sich auch der deutsche Heiztechnik-Hersteller Viessmann und der japanische Elektronikriese Panasonic in die Phalanx der Hightech-Zusammenarbeit ein. Gemeinsam haben sie eine Brennstoffzelle für das Eigenheim entwickelt, mit der Käufer zuhause energieeffizienter und umweltfreundlicher als bisher Strom und Heißwasser gewinnen können.

Zwar handelt es sich im Unterschied zu den anderen Partnerschaften nicht um eine Kapital-, sondern nur Produktallianz. Aber die ist von großer Bedeutung für beide Konzerne. Denn damit steigen sie in Europa in die Wasserstoffwirtschaft ein, die umweltfreundliche Stromerzeugung verspricht.

Im Idealfall gewinnen Brennstoffzellen Elektrizität und Hitze aus Wasser und Sauerstoff und stoßen dabei nur Wasser aus. Die heutigen Produkte inklusive des neuen deutsch-japanischen Modells müssen den Wasserstoff allerdings aus Erdgas abspalten, da die Wasserstoffinfrastruktur noch fehlt.

Für Panasonic, Japans Marktführer bei Brennstoffzellen, ist diese Kooperation ein Meilenstein in seinem Sanierungsplan. Bis 2018 will sich Japans größter Elektronikkonzern vom kriselnden Konsumelektronikhersteller zu einem profitablen Anbieter von Energiemanagementsystem wandeln. Neben Akkus und Solarzellen ist die Brennstoffzelle dabei einer der größten Hoffnungsträger. Und Deutschland ist der erste große Auslandsmarkt, den die Japaner in Angriff nehmen.

Daheim hat der Konzern in den vergangenen drei Jahren bereits 18.000 Brennstoffzellen verkauft. „Doch wir unterstellen, dass der Absatz von Brennstoffzellen in Europa stärker expandieren wird als in Japan“, erklärt Toshiki Shimizu, Panasonics Projektleiter, dem Handelsblatt. Bis 2015 hofft der Hersteller seinen Absatz auf 60.000 bis 100.000 Mini-Kraftwerke zu erhöhen und Konkurrenten wie Bloom Energy aus den USA oder CFCL aus Australien Kunden abzujagen.

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  • CFCL ist in erster Linie nur der Stack Hersteller und Produziert sein eigenes Kraftwerk für Eigenheime genannt Bluegen! Hauptaugenmerk liegt aber in der Stackproduktion und der Verkauf dieser. Damit können andere Hersteller eigene Anlagen bauen und verkaufen! Das Hauptproblem ist nicht der Absatz sondern die Vetternwirtschaft der Energiekonzerne die Eng mit den Politikern verwickelt sind wie zum Beispiel Vaillant! Erst bekommen diese die Zuschläge.

  • Bloom Energy in den USA bedient ein ganz anderes Marktsegment (Rechenzentren, Telekommunikationseinrichtungen). Die Bloom Energy Server fangen bei 100 kW elektrisch an. Zudem verwerten die Bloom-Geräte die Abwärme nicht sondern dienen nur zur Stromerzeugung.
    Die Geräteklasse die Viessmann entwickelt soll Strom und Wärme erzeugen und dadurch die Energie im Erdgas maximal ausnutzen > 90%.
    Die Mitspieler auf dem Markt der Brennstoffzellen-Heizgeräte sind hier Vaillant, Baxi Innotech, Hexis, Ceramic Fuel Cells Limited.

  • Damit ist wieder ein Schritt in Richtung EE gegangen. Denn zumindest in der Anfangszeit wird Gas als Rohstoff für Kraftwerke, welche die durch EE hervorgerufenenen Stromschwankungen ausgleichen unabdingbar sein.
    Bleibt abzuwarten, wie das deutsche Energiekartell diesen erneuten Angriff auf ihr Stromerzeugungsmonopol abwehren wird. Sicherlich wird H.Altmaier bald etwas ablassen. So in der Richtung : Höhere Stuern für stromerzeugende Heizungsanlagen!

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