Kreditvergabe
Ökologie prägt Projektfinanzierung

Bei der Kreditvergabe an Entwicklungs- und Schwellenländer achten die Banken zunehmend auf Umwelt- und Sozialstandards. Doch die Kritiker bleiben skeptisch.

BERLIN. Bei der Finanzierung internationaler Großprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern haben sich Umwelt- und Sozialstandards weitgehend durchgesetzt. Bereits 2007 basierten 53 Mrd. der 75 Mrd. Dollar, die diese Länder laut Fachmagazin "Infrastructure Journal" offiziell als Kredite erhielten, auf Kriterien der sogenannten Equator Principles (EP). Auf diese Standards hatten sich 2003 eine Reihe von Banken unter Mitwirkung der Weltbank-Tochter IFC verständigt.

"Mittlerweile finden in den Emerging Markets sogar 85 Prozent der länderübergreifenden Projektfinanzierungen unter Anwendung der EP statt", berichtet Karen Wendt, Reputationsrisikomanagerin der Hypo-Vereinsbank (HVB). Kein Wunder, denn den Standards schließen sich immer mehr Banken an.

Die HVB und die WestLB gehören zu den Erstunterzeichnern der Prinzipien (Kasten). Die Banken verpflichteten sich, bei der Finanzierung von Goldminen, Staudämmen und anderen Projekten nachteilige ökologische und soziale Folgen möglichst zu vermeiden. Daraus entstand weltweit ein Trend. Inzwischen machen 60 Projektfinanzierer mit, darunter die Dresdner Bank. Anfangs galten die Prinzipien nur für Projekte ab 50 Mill. Dollar, seit zwei Jahren greifen sie ab zehn Mill. Dollar.

Die Equator Principles gelten als international akzeptierter Standard. "Da aktuell immer mehr Banken bei Projektentwicklungen beraten, steigt ihr Einfluss auf Kunden und Vertragsgestaltung", sagt Wendt. Ohne die Berücksichtigung der Prinzipien seien kaum noch Banken für ein Finanzierungskonsortium zu finden, berichtet Foster Deibert, der für das Thema Nachhaltigkeit im Vorstandsstab der WestLB verantwortlich ist.

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