Living Planet Report 2016

Der Mensch braucht bald zwei Erden

Abgeholzte Wälder, leergefischte Meere, ausgestorbene Arten: Weltweit zeigen sich die Folgen menschlichen Ressourcenbedarfs. Schon bald wird uns ein Planet nicht mehr reichen, mahnt der neue Living Planet Report.
Update: 27.10.2016 - 13:07 Uhr
Die Menschheit treibt die Erde in einen bedrohlichen Burn-Out. Quelle: dpa
Planet in Gefahr

Die Menschheit treibt die Erde in einen bedrohlichen Burn-Out.

(Foto: dpa)

BerlinDie Menschheit lebt nach einem Bericht der Umweltstiftung WWF deutlich auf zu großem Fuß und gefährdet damit nicht nur die eigene Lebensgrundlage. Sie verbraucht pro Jahr nicht die Ressourcen einer Erde, sondern rechnerisch von 1,6 Erden, wie die Organisation in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Living Planet Report 2016 berichtet.

Es ist eine Art Fieberkurve zum Zustand der Lebensräume auf der Erde und erscheint alle zwei Jahre. Fazit: Das Fieber der Erde steigt weiter. „Wir können ziemlich genau nachweisen, dass die Menschheit eigentlich seit den 70er Jahren den Planeten deutlich übernutzt. Und das wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, sagt Christoph Heinrich aus dem Vorstand der Umweltstiftung.

Korallensterben am Great Barrier Reef
Korallenbleiche am Great Barrier Reef
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Das Ausbleichen der Korallen am Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste beunruhigt Regierung und Umweltgruppen.

Verheerende Bilder
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„Die Bilder, die wir vom nördlichen Teil des Great Barrier Reef zu sehen bekommen, sind verheerend“, sagte die Regionalbeauftragte der Umweltorganisation Greenpeace, Shani Tager, am Montag.

Erhebliche Schäden
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Taucher hätten am Nordende des mehr als 2000 Kilometer langen Great Barrier Reef entlang der Ostküste erhebliche Schäden festgestellt, berichtete der Chef der für das Great Barrier Reef zuständigen Marineparkbehörde, Russell Reichelt.

Tödlicher Hitzestress
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„Die Korallen im hohen Norden des Riffs sind über Monate in warmem Wasser gewesen. Das hat Hitzestress erzeugt, mit dem sie nicht länger fertiggeworden sind“, erklärte Reichelt.

Great Barrier Reef
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Das Great Barrier Reef in Australien ist das größte Korallen-Ökosystem der Welt. Es besteht aus rund 3000 einzelnen Riffen und 900 Inseln und zieht sich über 2 300 Kilometer entlang der Ostküste Australiens. Manche Riffe liegen nur etwa 70 Kilometer vom Land entfernt.

Artenreicher Lebensraum
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Es gibt mehr als 600 Korallenspezies und Tausende Fischarten, Weichtiere und Schwämme, Seeschlangen, Wale, Delfine, Haie und Dugongs (Seekühe).

Weltnaturerbe und Touristenattraktion
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Das Great Barrier Reef ist eine der größten Touristenattraktionen Australiens. Seit 1981 steht es auf der Liste der Weltnaturerbe der UN-Kulturorganisation Unesco.

Auf Dauer hat der Raubbau bittere Folgen: Zum Beispiel gingen die Bestände bei mehr als untersuchten 14.000 Wirbeltierarten zwischen 1970 und 2012 im Schnitt um knapp 60 Prozent zurück.

Am deutlichsten sind mit im Schnitt rund 80 Prozent die Einbußen bei Arten, die in Süßwasser leben. „Ein großer Fluss wie der Kongo ist fast vollständig leergefischt“, so Heinrich.

Bis 2020 drohe insgesamt ein weiterer Rückgang. Vor allem, weil die Lebensräume immer weiter schwinden oder sich verschlechtern, heißt es im Report.

Ein Grund ist der große Ressourcenbedarf. Obwohl sich zum Beispiel der Verlust an Waldflächen weltweit in den vergangenen 25 Jahren verlangsamt habe, sei seitdem dennoch eine Fläche von 239 Millionen Hektar an Naturwäldern vernichtet worden – ein Gebiet mehr als sechseinhalbmal so groß ist wie Deutschland. Aber auch Umweltverschmutzung und Klimawandel tragen ihren Teil bei.

30 Prozent der Arten in Deutschland sind gefährdet
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