LNG
Wettstreit mit Gastanker

Der Markt für LNG wächst zur Zeit wie kein zweiter in der Energiebranche. Das Geschäft mit verflüssigtem Gas bietet Chancen, die sich auch die deutschen Energieversorger Eon und RWE nicht entgehen lassen wollen. Die beiden Konzerne investieren Milliarden, verfolgen aber unterschiedliche Strategien.

ESSEN. Eon drückt im rasant wachsenden Markt mit verflüssigtem Erdgas (LNG) aufs Tempo. Deutschlands größter Energiekonzern beteiligt sich an einem bereits im Bau befindlichen Anlandeterminal in Rotterdam. Damit entscheidet er sich vorerst gegen eine seit Jahren geplante, aber noch nicht genehmigte eigene Anlage in Wilhelmshaven. Die Tochter Eon Ruhrgas will so schon ab 2011 von Rotterdam aus Deutschland mit Gas aus LNG-Tankern versorgen.

Der Markt für LNG wächst zur Zeit wie kein zweiter in der Energiebranche. Dabei wird in den Förderländern das Erdgas in speziellen Anlagen so herunter gekühlt, dass es flüssig wird und anschließend mit Spezialtankern nach Europa, Asien oder in die USA verschifft werden kann. In den Zielgebieten wird es dann wieder aufbereitet und in die Gasnetze eingespeist. Während Gas früher nur per Pipelines transportiert werden konnte, ermöglicht LNG einen weltweiten Handel. Für die deutschen Energiekonzerne Eon und RWE bietet es die Möglichkeit, sich Alternativen zum traditionellen Gasbezug aus Russland zu erschließen. Die beiden Konzerne investieren Milliarden, verfolgen aber unterschiedliche Strategien.

Eon will mittelfristig rund zehn Milliarden Kubikmeter als LNG beziehen. Zum Vergleich: Insgesamt setzt das Unternehmen zur Zeit rund 60 Mrd. Kubikmeter ab, das der Konzern noch zu über 50 Prozent per Pipeline aus Russland und Norwegen bezieht, und den Rest aus dem Inland, den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark.

Anfang des Jahres ist Eon in ein Projekt zur Verflüssigung in Nigeria eingestiegen. In Algerien ist das Unternehmen schon länger aktiv, in Dubai hat es eine Repräsentanz eröffnet – und selbst zum politisch brisanten Iran hält es Kontakt.

Gleichzeitig muss sich Eon Kapazitäten in Aufbereitungsterminals in Europa sichern, wo die Transportschiffe anlanden. In Italien ist das Unternehmen an einem Terminal beteiligt, das 2011 fertig sein soll und bei dem Eon Kapazitäten im Volumen von zwei Mrd. Kubikmeter pro Jahr zustehen. Weitere 1,7 Mrd. Kubikmeter hat sich Eon bereits in Großbritannien gesichert. Hinzu kommen Projekte in Spanien, Kroatien und Frankreich. Und mit der Beteiligung in Rotterdam erschließt sich der Konzern nun auch den Nordwesteuropa und Deutschland für das LNG-Geschäft.

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