Luftfahrtindustrie
Das Flugzeug von morgen

Moderne Bauweisen, sparsame Triebwerke und alternative Treibstoffe machen das Flugzeug von morgen umweltverträglich. Hierbei ziehen Fluglinien, Flugzeughersteller und Zulieferer von Triebwerken und Inneneinrichtungen alle an einem Strang: Sie alle wollen die Luftfahrtindustrie vom Makel des Klimakillers befreien.

Auf den großen europäischen Luftfahrtmessen hatten Manager der Flugbranche bisher immer drei große Themen: die Flugzeugpreise, den technischen Fortschritt und die Frage, welche Party man auf keinen Fall verpassen darf.

Das wird auf der Schau diese Woche auf dem Pariser Flughafen Le Bourget anders, glaubt Leo van Wijk, stellvertretender Verwaltungsratschef der weltgrößten Fluglinie Air France-KLM: „Diesmal geht es wohl um Klimaschutz, Klimaschutz und Klimaschutz."

Egal, ob Fluglinien, Flugzeughersteller oder Zulieferer von Triebwerken und Inneneinrichtungen: In diesem Jahr präsentieren sie alle Projekte und Techniken, die die Belastung der Umwelt durch den Flugverkehr in den nächsten Jahren spürbar drücken sollen. Den Startpunkt setzt Boeings neuer Flieger 787, der im September zum Jungfernflug abhebt und dank Leichtbauweise und genügsamer Triebwerke 20 Prozent weniger Kerosin verbrauchen soll als Flugzeuge heutiger Bauart. Noch höhere Verbrauchsvorteile versprechen der neue Airbus A350 und andere Öko-Flieger, die in den nächsten zehn Jahren auf die Startbahn rollen sollen. Airbus-Chef Louis Gallois hat ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Bis 2020 sollen effizientere Motoren, alternative Treibstoffe, neue Produktionsmethoden und ein Sprit sparender Flugbetrieb den Schadstoffausstoß um bis zu 50 Prozent reduzieren. Andy Harrison, Chef der Billigfluglinie EasyJet, will dieses Ziel sogar schon 2015 erreichen: In London zeigte er jetzt das Konzept eines Eco-Jets, der der weniger als 47 Gramm CO2 pro Passagier und Flugkilometer emittiert. Heute emittieren die Flugzeuge der Easy-Jet-Flotte durchschnittlich 97,5 Gramm CO2.

Herz für die Umwelt zeigen Flugzeughersteller und Luftlinien nicht ganz freiwillig. Die Branche steht in Zeiten des Klimawandels als einer der größten Umweltsünder am Pranger. Dabei beziffern selbst Umweltschützer den Anteil der Fliegerei an den von Menschen produzierten Treibhausgasen wie Kohlendioxid auf höchstens drei Prozent - deutlich weniger als etwa die Belastung aus Straßenverkehr oder Stromerzeugung. „Unsere ganze Flotte produziert in 18 Monaten so viel Kohlendioxid wie ein modernes Braunkohlekraftwerk pro Jahr", wirbt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, „und davon baut allein Deutschland sieben neue." Die Branche verweist zudem darauf, dass die Fliegerei von Jahr zu Jahr umweltfreundlicher werde. Im Vergleich etwa zu Maschinen aus den Fünfzigerjahren befördern heutige Jets jeden Passagier mit weniger als 30 Prozent des Treibstoffverbrauchs, und ihr Lärmteppich ist um 90 Prozent geschrumpft.

Auf der anderen Seite wächst der Flugverkehr aber jährlich um fünf Prozent, sodass der Anteil der Branche an von Menschen produzierten Treibhausgasen bis 2050 auf fünf Prozent wachsen könnte. Allein in diesem Monat, zu Beginn der Ferienzeit, werden weltweit wohl über 2,5 Millionen Flugzeuge starten und landen - gut 100 000 Maschinen mehr als vor einem Jahr. Widersacher des Luftverkehrs sind inzwischen nicht nur Ökologen, sondern auch etablierte Politiker wie der Chef der britischen Konservativen, David Cameron. Er kündigte an, nach seinem Wahlsieg jedem Briten, der öfter als einmal im Jahr mit dem Flugzeug reist, eine Strafsteuer aufzubrummen.

Auch die Europäische Union bereitet Auflagen für den Luftverkehr vor: Von 2011 an sollen sich die Fluglinien am Emissionshandel beteiligen. Nach einer Studie des Branchenverbands AEA könnten sich daraus bis 2022 Mehrbelastungen von rund 45 Milliarden Euro jährlich ergeben.

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