Luftverschmutzung
Trübe Aussichten am Himmel

Über weiten Teilen der Erde hat sich der Himmel in den vergangenen Jahrzehnten deutlich eingetrübt. Verantwortlich dafür ist die zunehmende Luftverschmutzung, wie eine aktuelle Studie belegt. Gegen den Trend entwickelte sich Situation in Europa.
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HB WASHINGTON/BALTIMORE. Der Himmel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten weltweit leicht verdunkelt, nur über Europa ist er heller geworden. Das berichten US-Forscher im Fachjournal „Science“ vom Freitag. Verantwortlich für die Eintrübung seien Ruß und andere Schwebeteilchen in der Luft, so Kaicun Wang und seine Kollegen von der Universität von Maryland in Baltimore. Diese sogenannten Aerosole, die bei der Verbrennungen von Kohle und Öl entstehen, wirken wie ein Schirm, der immer weniger Sonnenlicht bis zur Erdoberfläche durchlässt.

p>Die Forscher analysierten die Daten von weltweit mehr als 3 000 Wetterstationen aus den Jahren 1973 und 2007. Zusätzlich prüften sie die Lichtdurchlässigkeit der Atmosphäre anhand von Satellitenaufnahmen. Dabei zeigte sich, dass bei klarem Himmel die Transparenz der Luftschichten über dem größten Teil der Erde abnahm. Lediglich über Europa stieg die Sichtweite seit Mitte der 1980er Jahre wieder. In Nordamerika blieb sie in dem betrachteten Zeitraum in etwa gleich.

Die Ergebnisse stimmen mit Beobachtungen überein, denen zufolge weltweit generell weniger Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreicht, in Europa jedoch seit den 80er Jahren mehr. Nach Meinung der Forscher hängt die Entwicklung in Europa vor allen mit den Gesetzen zur Reinhaltung der Luft zusammen, die in den vergangenen Jahrzehnten erlassen wurden.

Aerosole entstehen unter anderem durch Schwefeloxide und Stickstoffoxide aus Industrie und Verkehr. Der Ausstoß beider Stoffe sei mit Hilfe von EU-Gesetzen stark vermindert worden, erläuterte der Experte für Luftreinhaltung beim Umweltbundesamt, Hans-Joachim Hummel, der Nachrichtenagentur dpa. Zu den Hauptfaktoren für die Verbesserung der Luftqualität zählten Filter in der Industrie und Autokatalysatoren, sowie effizientere Kraftwerke in Osteuropa. Zudem enthielten die derzeit eingesetzten Brennstoffe weniger Schwefel als früher.

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