Meeresforschung
Mit Super-Korallen dem Klimawandel trotzen

Kampf gegen die Zeit

Es ist bereits das zweite Jahr mit extremer Korallenbleiche vor der Inselgruppe. Wissenschaftler erklären, die höheren Meerestemperaturen, die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño und die Versauerung der Meere hätten schon rund 30 Prozent der weltweiten Korallenpopulation verenden lassen.

Beim Versuch gegenzusteuern stehen Gates und ihr Team vor Herausforderungen. Zunächst einmal ist gar nicht sicher, dass sich eine erfolgreiche Arbeit mit den Korallen in größerem Maßstab wiederholen lässt. Und dann ist da noch der Faktor Zeit: Können sie ihr Projekt überhaupt rasch genug ausweiten, bevor ein Großteil der Korallenriffe dieser Erde verschwunden ist?

Das hängt von den Bemühungen der Forscher und der Finanzierung ihrer Arbeit ab, erklärt Tom Oliver, der zuständige Abteilungsleiter bei der NOAA. „Die Frage ist nicht, ob sie es können, sondern ob sie es schnell genug können“, sagt er. Die Korallen zu züchten und auszusetzen kostet Zeit und damit Geld. Andere Projekte zur Rettung von Korallen hätten damit oft Probleme.

Gates und ihre australische Kollegin Madeleine van Oppen erhielten 2013 von der Stiftung des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen zunächst 10.000 Dollar (9200 Euro) für ihre Forschung. Im vergangenen Juni finanzierte die Stiftung das Projekt mit weiteren vier Millionen Dollar.

Ziel sei es, den Korallen dabei zu helfen, die globale Erwärmung zu überstehen, erklärt Gates. Gleichzeitig sei es jedoch notwendig, die Abhängigkeit des Menschen von fossilen Brennstoffen zu beenden und den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu senken.

„Auch wenn wir heute alle Treibhausgasemissionen stoppen würden, dann bleibt da immer noch eine Verzögerung in der Atmosphäre, wo der Klimawandel wahrscheinlich noch 100 Jahre weitergeht“, sagt van Oppen. „Es ist schwer vorstellbar, dass es nicht schlimmer wird.“

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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