Mehr Wechsel
Frischer Wind im Strommarkt

Wenn es an den Geldbeutel geht, kommt auch in die festgefahrensten Märkte Bewegung: Durch die Preiserhöhung der vergangenen Monate haben Stromanbieter einen Teil ihrer Kunden in die Arme der Konkurrenz getreiben. Doch wer sparen will, muss nicht immer wechseln.

DÜSSELDORF. In den deutschen Strommarkt kommt langsam Bewegung. Wegen der anhaltend hohen Preise haben sich in den vergangenen Monaten viele Privatkunden erstmals für den Wechsel ihres Versorgers entschieden. Nach neuesten Daten des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) haben inzwischen 7,3 Prozent der Haushalte ihren Anbieter gewechselt. Die Quote ist zwar nach wie vor gering, aber deutlich höher als bei der letzten Umfrage im vergangenen November – damals waren es sechs Prozent.

Die Daten decken sich mit jüngsten Angaben von etablierten und neuen Stromversorgern, die über einen steigenden Wettbewerbsdruck berichten. Hintergrund ist die harte Linie der Bundesnetzagentur. Sie hat die Entgelte, die Versorger den Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze in Rechnung stellen dürfen, deutlich gesenkt. Dadurch haben sich die Marktchancen für kleinere Wettbewerber wie die niederländische Nuon spürbar verbessert.

Aber auch die großen Konzerne umwerben inzwischen wieder mit bundesweiten Kampagnen die Kunden, um Marktanteile zu gewinnen. Eon hat im Februar die Billig-Tochter „E-wie-einfach“ gegründet, RWE das Internetportal Eprimo übernommen. E-wie-einfach hatte Ende Juni schon 60 000 Kunden gemeldet – inzwischen dürfte die Zahl deutlich gestiegen sein. Eprimo baute den Kundenstamm seit Jahresbeginn um 10 000 auf 150 000 aus – mit rasch steigender Geschwindigkeit.

Nach den Daten, die der VDEW Anfang August in einer repräsentativen Umfrage erhoben hat, wechselt zwar nach wie vor nur ein begrenzter Anteil der Kunden den Anbieter, viele nutzen aber den verschärften Wettbewerb, um zumindest bei ihrem angestammten Versorger einen neuen, billigeren Tarif zu wählen. 37 Prozent haben dies bislang getan, bei der letzten Umfrage waren es nur 33 Prozent. Weitere drei Prozent haben ihren Lieferanten nach einem Umzug gewechselt. Damit hat sich – seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 – inzwischen fast jeder zweite Haushalt entweder für einen neuen Anbieter oder einen neuen Tarif entschieden.

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