Menschenaffen akut bedroht

Unsere nächsten Verwandten sterben aus

Die Weltnaturschutzunion hat den Östlichen Gorilla auf ihre Rote Liste gesetzt. Damit sind nun vier der sechs Menschenaffen-Arten akut bedroht – unsere nächsten Verwandten im Tierreich könnten bald verschwunden sein.
Berggorillas bilden eine Subspezies des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei). Der größte Menschenaffe ist vom Aussterben bedroht. (Foto: Intu Boedhihartono/International Union for Conservation of Nature/dpa) Quelle: dpa
Berggorilla

Berggorillas bilden eine Subspezies des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei). Der größte Menschenaffe ist vom Aussterben bedroht. (Foto: Intu Boedhihartono/International Union for Conservation of Nature/dpa)

(Foto: dpa)

HonoluluArtenschützer haben den sogenannten Östlichen Gorilla auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen. Wegen Wilderei und Krieg im Herzen Afrikas sei der größte Menschenaffe ernsthaft in seiner Existenz bedroht, erklärte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Sonntag in Honolulu. Die Panda-Population hat sich hingegen etwas erholt und gilt zwar weiterhin als gefährdet, aber nicht mehr als unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Der Naturschutzorganisation zufolge gibt es derzeit nur noch 5000 Östliche Gorillas (Gorilla beringei). In Bedrängnis bringt den majestätischen Urwaldbewohner vor allem die unsichere und gesetzlose Lage in Teilen der Demokratischen Republik Kongo, einem seiner Hauptsiedlungsgebiete.

Höllische Hühner und Kornkreise im Meer
Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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Auch der Meeresboden hat seine Kornkreise. Runde Formen, etwa zwei Meter breit, haben Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt. Jetzt kennen sie den Verursacher: Ein bislang unbekannter Fisch namens ...

Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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... Torquigener albomaculosus. Die Männchen dieser Art graben die kornkreisförmigen Nester, um Weibchen zu beeindrucken. Die hohen Ränder sollen die Eier schützen.

Koralle am Berghang: Balanophora coralliformis (Philippinen)
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Auch wenn ihr Aussehen an eine Koralle erinnert, Balanophora coralliformis ist kein Nesseltier, sondern eine Pflanze. Und sie lebt auch nicht unter Wasser. Trotzdem war sie lange dem Blick der Forscher verborgen. Denn es gibt nur wenige (gezählt wurden etwa 50) und die nur in Höhen zwischen 1500 und 1700 Metern an einem Berghang auf der philippinischen Insel Luzon.

Mysteriöser Tiefseebewohner: Dendrogramma enigmatica (Australien)
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Das Tier ist gerade einmal einen Zentimeter groß und lebt in 1000 Meter Tiefe vor der Küste Australiens. Der Winzling, der wie ein Pilz aussieht, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Ist Dendrogramma enigmatica verwandt mit Quallen oder Korallen? Oder gehört der geheimnisvolle Tiefseebewohner gar einem neuen Stamm an? Wenige Lebewesen lassen so viele Fragen offen wie dieses. (Foto: Wikipedia CC BY 4.0)

Unbekannte Schöne: Phyllodesmium acanthorhinum (Japan)
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Vielleicht die schönste der neuen Arten lebt im Meer vor Japan und ist gerade 17 bis 28 Millimeter groß: Phyllodesmium acanthorhinum, eine aufregend gefärbte Schnecke in Rot, Blau, Weiß oder sogar Gold. Die neue Art erlaubt auch einen Einblick in die Lebensweise der Seeschnecken - inklusive ihres komplizierten Verdauungssystems.

Tierischer Zweig: Phryganistria tamdaoensis (Vietnam)
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Bei diesem Aussehen ist es kein Wunder, dass Forscher Phryganistria tamdaoensis trotz der Größe von 25 Zentimetern bisher übersehen haben. Das Tier erinnert eher an einen Zweig und ist perfekt getarnt. So gut, dass es unentdeckt blieb, obwohl es im Tam-Dao-Nationalpark in Nordvietnam lebt, einem Lieblingsziel von Naturforschern.

Lebendgebärender Frosch: Limnonectes larvaepartus (Indonesien)
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Froschweibchen legen Laich ab, die vom Männchen danach befruchtet werden. Nicht so aber bei Limnonectes larvaepartus. Die Befruchtung findet im Körper statt und das Weibchen bringt Kaulquappen zur Welt. In einem Fall fand eine Geburt sogar in der Hand eines Forschers statt. Die Tiere sind gerade vier Zentimeter groß und leben auf der indonesischen Insel Sulawesi.

IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen sprach von einem „traurigen Tag“. Die Rote Liste ihrer Organisation zeige, „wie wir einige unserer engsten Verwandten ausrotten“. Laut der Weltnaturschutzunion haben dem Östlichen Gorilla Kriege, Jagd und der Verlust seines Lebensraumes in den vergangenen 20 Jahren zu schaffen gemacht. Die Population sei um 70 Prozent zurückgegangen.

Insgesamt stehen nun vier der sechs Menschenaffen-Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Darunter sind neben dem Östlichen Gorilla der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Schimpansen und Bonobo-Affen gelten als gefährdet.

Als Lichtblick sehen die Experten hingegen die Entwicklung beim Riesenpanda, der positiv auf die verstärkten Bemühungen zum Artenschutz in China reagiert. Auf der überarbeiteten Roten Liste wird der schwarz-weiße Bär, der sich kaum fortpflanzt, nicht mehr als vom Aussterben bedroht, allerdings immer noch als gefährdet eingestuft.

Erfolgreiche Bemühungen um den Panda
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