Mittelstand
Deutsche Sonnentechnik boomt weltweit

Neue Förderrichtlinien im Ausland erleichtern deutschen Anbietern den Export von Solartechnologien. Experten prognostizieren heimischen Unternehmen langfristig einen Weltmarktanteil von 50 Prozent, doch schon jetzt ist Sonnentechnik „Made in Germany“ sehr gefragt.

BERLIN. Bei Phoenix Solar in Sulzemoos nahe München läuft der Export immer besser. Machte die Aktiengesellschaft 2004 erst vier Prozent ihrer Umsätze im Ausland, waren es 2005 schon fünfeinhalb Prozent, und im vergangen Jahr ist man bei fast zwölf Prozent angelangt. "In diesem Jahr sollen es auf der Basis des geplanten Umsatzes von 200 Millionen Euro bereits 30 Prozent sein", prognostiziert Andreas Hänel, Vorstandsvorsitzender des bayerischen Photovoltaik-Systemhauses. Spätestens im Jahr 2010 will man die Hälfte des gesamten Geschäfts außerhalb Deutschlands machen. "Wir wollen von den Chancen, die sich im Ausland ergeben, profitieren", sagt Hänel.

Und davon gibt es nach einhelliger Branchenmeinung viele: Schließlich scheint die Sonne etwa in Südeuropa, also Staaten wie Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich und der Türkei, besonders viel und stark. Zugleich haben die dortigen Regierungen begonnen, politische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Verwendung erneuerbarer Energien zu verbessern - oft nach dem Vorbild des deutschen EEG-Gesetzes für Erneuerbare Energien von 2000 und seiner Novellierung 2004.

Wo sich schon das Gesetz als Exportschlager präsentiert, dürften bald deutsche Firmen folgen. Schließlich verpflichtet das EEG die Betreiber von Stromnetzen, Anlagen zu Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien anzuschließen und nach festgelegten Preisen zu bezahlen. Wer Solarstrom produziert, hat also einen festen Abnehmer und ein entsprechend verringertes Risiko. Ziel der Vorgaben in Deutschland ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2010 auf 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen.

"In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen, etwa über Einspeiseregelungen, dann werden Investitionsanreize ausgelöst, die Projekte entstehen lassen. Diese Märkte müssen beliefert werden", erklärt Robert Seiter, Partner bei Ernst &Young Corporate Finance in Berlin. Da diese Regelungen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hierzulande schon früh eingeführt wurden, konnten sich hiesige Unternehmer einen Wissens- und Wettbewerbsvorsprung erarbeiten: Kapitalkraft, Erfahrungswerte und der sichere Heimatmarkt sind für Seiter denn auch drei wesentliche Faktoren, die dafür sprechen, dass deutsche Anbieter nun auch im Ausland von Beginn an dabei sind. Sowie die Technologie an sich: Denn die staatliche Förderung wird in den kommenden Jahren zurückgefahren - und dann gewinnen Effizienz in der Produktion und der Marktzugang an Gewicht.

Der Bundesverband Solarwirtschaft ist überzeugt, dass die hiesige Industrie dabei die Nase vorn hat. Allein für dieses Jahr rechnet man schließlich mit Investitionen in Höhe von 100 Mill. Euro für die Forschung und Entwicklung. Zugleich erreichte der Auslandsumsatz deutscher Photovoltaikunternehmen 2006 erstmals die Grenze von einer Mrd. Euro. Und er wächst weiter: Ein BSW-Gutachten prognostiziert, dass die Exportquote in diesem Jahr von 35 auf 40 Prozent steigen soll. Der Auslandsumsatz soll dabei auf über 1,5 Mrd. Euro zulegen.

So ging gerade der größte Photovoltaik-Park der Welt in Südspanien ans Netz. Das Projekt aus 200 Einzelanlagen wurde von der auf Solarkraftwerke spezialisierten City Solar AG aus Bad Kreuznach finanziert.

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