Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Mobilität der Zukunft

Magnetschwebebahn
Japans Transrapid hat Räder

Es ist eines der ehrgeizigsten Zugprojekte der Geschichte: Japan will seine Mega-Cities Tokio und Osaka mit superschnellen Magnetschwebezügen verbinden. Trotz gigantischer Kosten könnte der Plan gelingen.

TokioDie Geschichte der Magnetschwebezüge ist eine Geschichte enttäuschter Hoffnungen und geplatzten Träume. Jahrzehntelang kreiste der deutsche Transrapid sinnfrei in Ostfriesland, bevor sich China erbarmte. Seit 2004 darf er immerhin als Kurzstreckenrenner Shanghai und mit dem internationalen Flughafen Pudong verbinden – über eine Distanz von gerade einmal 8,9 Kilometern.

Jetzt schickt sich Japan an, die Vorzüge der Magnettechnik auch auf der Langstrecke auszuspielen. Am Mittwoch nahm die Bahnlinie Central Japan Railways (JR Central) Testfahrten seines 500 km/h schnellen Magnetschwebezugs auf einer neuen Teststrecke auf.

Ab 2027 sollen die Züge in 16 Wagons rund 1000 Fahrgäste in nur 40 Minuten ins 286 Kilometer entfernte Nagoya transportieren. Die legendären Shinkansen-Superschnellzüge brauchen für diese Strecke derzeit eineinhalb Stunden. Ab 2045 sollen die Japaner dann sogar in 67 Minuten zwischen Tokio und der etwas weiter entfernt liegenden zweitgrößten Mega-City des Landes Osaka pendeln können.

Ermöglicht wird der Geschwindigkeitsrausch dadurch, dass der Zug nicht mehr auf Schienen rollt, sondern auf einem Magnetkissen schwebt, das von Magneten im Fahrweg und am Zug erzeugt wird. Der japanische „Maglev“ (von Magnetic Levitation) verfolgt dabei allerdings ein anderes Konzept als der Transrapid.

Die deutsche Umsetzung des Eisenbahnertraums schwebt nur einen Daumenbreit über dem Boden. Um in der Spur zu bleiben, umgreift er seine Betontrasse. Das sieht elegant aus.

Ganz anders die japanische Lösung: Der Maglev gleitet durch eine schmucklose Betonrinne dahin. Denn die Japaner lassen ihren Zug auf einem zehn Zentimeter dicken Kissen dahingleiten. Sie brauchen daher auch seitlich Magneten, damit die Wagons nicht vom Kissen flutschen.

Die Ingenieure begründen ihre Umsetzung damit, dass sie Fahrkomfort und Erdbebensicherheit verbessert. Dafür müssen sie allerdings in Kauf nehmen, dass ihr Zug bis Tempo 150 auf Gummirädern dahinrollt. Denn bei niedrigeren Geschwindigkeiten müsste ein derart starkes Magnetkissen erzeugt werden, dass sich der Bau der Bahn niemals lohnen würde.

Seite 1:

Japans Transrapid hat Räder

Seite 2:

Das Megavorhaben könnte sich sogar rechnen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%