Moderne Heiztechnik
Energiemix für den Hausgebrauch

Auf dem Dach Solarzellen, im Erdgeschoss einen Ofen für Holzpellets, im Keller eine Wärmepumpe - die Kombination mehrerer Heiztechniken ist dank staatlicher Förderung unter Bauherren populär. Auch Experten halten einen solchen Mix für besonders wirtschaftlich.
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KÖLN. Familie Riese aus Königswinter bei Bonn hat in diesem Jahr gebaut. Aus ihrem Einfamilienhaus wurde ein Dreifamilienhaus. Um Nebenkosten zu sparen, suchten die Rieses nach einer Ergänzung für ihre neue Ölheizung und fanden mehr als eine Lösung: Seit August kombinieren sie den mit Öl betriebenen Brennwertkessel nun mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Und mit einer Solaranlage auf dem Dach. Besonders effektiv fließt dadurch das warme Wasser. Bei Sonnenschein erhitzen es die Solarkollektoren, unterstützt von der Wärmepumpe. Wärme, die nicht gebraucht wird, speichert das System für die kalte Jahreszeit.

Mit diesem mehrstufigen Kombi-Heizsystem liegen die Rieses im Trend. Immer mehr Hausherren entscheiden sich bei einer Renovierung für mehr als eine Heiztechnik gleichzeitig. Sie kombinieren Solarthermie mit dem Pelletkessel, oder eine Therme mit Brennwerttechnik mit einer Wärmepumpe. So kann man die Vorzüge verschiedener System nutzen und gleich doppelt sparen: durch niedrigere Energiekosten und üppige staatliche Förderung.

Denn Heizen mit verschiedenen Systemen ist politisch gewollt. Noch bis Ende 2009 zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Kombinationsbonus von 750 Euro, wenn nicht nur Solarzellen aufs Dach gesetzt werden, sondern in einem Zuge der alte Heizkessel weichen muss. Auch die Ergänzung durch einen Pellet-Ofen oder eine Wärmepumpe wird staatlich unterstützt.

Die Anreize wirken: 2008 hat die Branche mehr als doppelt so viele Holzheizungen wie im Vorjahr verkauft, erklärt der zuständige Verband. Für 2009 werden ähnliche Daten erwartet. Auch die Zahl der privaten Solaranlagen liegt so hoch wie nie. Spätestens als sich der Ölpreis im Sommer 2008 bei 150 Dollar je Barrel eingependelt hatte, haben viele Hausbesitzer reagiert, sagen Experten.

Und der Trend hält auch in der Krise an. Der Bundeshaushalt sieht in diesem Jahr 500 Mio. Euro für Investitionen in erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung vor, fast 90 Prozent der staatlichen Gelder sind bereits aufgebraucht.

Das Geld fließt in unterschiedliche Heizsysteme. „Den Königsweg in Form einer einzigen Technologie gibt es nicht“, sagt Christian Huber vom Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik an der TU München. „Es ist beinahe eine Einzelfallentscheidung.“ Dabei kommt es auf die Art des Hauses an, auf seine Dämmung oder auf die bestehende Heizung.

Bei der Solaranlage gilt es zu entscheiden, ob sie der Heizung oder nur der Erhitzung des Wassers dienen soll. Für die Heizung reicht die heimische Sonne allein nämlich nicht – Unterstützung ist also vonnöten. Dabei lohnt es sich häufig, den bestehenden mit Öl oder Gas betriebenen Heizkessel durch einen Brennwertkessel zu ersetzen. Der arbeitet effizienter, weil auch die Energie aus dem Abgas genutzt wird. Brennwertthermen verbrauchen deshalb bis zu 40 Prozent weniger Heizöl oder Gas als konventionelle Anlagen.

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