Müllverwertung
Aus Abfall wird umweltfreundlicher Brennstoff

Für Frank Kochan ist es keine Schande, im Müll zu wühlen. Im Gegenteil: Der Geschäftsführer des Familienunternehmens FFK Environment verdient damit gutes Geld.

Düsseldorf"Ich rede nicht mehr von Abfall, sondern von Rohstoff", sagt Frank Kochan. Zusammen mit seinem Vater hat er das 1992 als Abfalllogistiker gegründete Unternehmen mit Sitz in Peitz bei Cottbus vom Entsorger zum Produzenten von CO2-neutralen Ersatzbrennstoffen entwickelt.

Vor allem Zementhersteller und Energieversorger nutzen diese als Substitut für Braun- oder Steinkohle. "Der Abfall landet nicht auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen, sondern dient als umweltfreundlicher Brennstoff", sagt Kochan. Das Geschäft boomt: Vergangenes Jahr stieg die Gesamtleistung um elf Prozent auf 26,5 Millionen Euro. Ein Wachstumsmarkt: Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hat sich der Umsatz der Sekundärrohstoffbranche in den vergangenen 15 Jahren mehr als verfünffacht - auf rund 8,4 Milliarden Euro im Jahr 2009.

Spezialisten wie FFK profitieren jedoch nicht nur als Brennstofflieferant von den steigenden Rohstoffpreisen, sondern auch direkt: Rund ein Fünftel des Mülls lässt sich recyceln. Plastik, PVC, Metalle, Schrott und Papier gelangen so direkt als Rohstoffe wieder auf den Markt.

Derzeit treibt das Unternehmen ehrgeizige Expansionspläne voran. Eine Anleihe am neuen Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf soll Mitte Mai eine zweistellige Millionensumme in die Kasse spülen. Mit dem Geld will FFK neue Werke in Deutschland bauen und den Marktanteil in Osteuropa erhöhen. Weiteres Wachstum erhofft sich Kochan vom EU-Emissionshandel: "Ab 2013 wird die Zahl der kostenlos ausgegebenen Zertifikate reduziert. Damit wird die Nachfrage nach klimafreundlichen Brennstoffen steigen."

Ingmar Höhmann
Ingmar Höhmann
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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