Nach Atomkatastrophe
Japan nahm kaum deutsche Hilfen in Anspruch

Bereits in den ersten Tagen der Atomkatastrophe in Fukushima bot Deutschland seine Hilfe an. Doch Japan nahm das Angebot nur unzureichend in Anspruch. Ein Fehler, finden Energieexperten.
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Paris, DüsseldorfRWE-Chef Jürgen Großmann war im März Skifahren, als er von der Reaktorkatastrophe in Fukushima geschockt wurde. "Ich habe sofort an den Chairman und den CEO von Tepco geschrieben, ob wir helfen können", sagte er kürzlich. Die Antwort aus Japan ließ vier Wochen auf sich warten. Es waren vier Wochen, in denen die Kernkraftindustrie weltweit aus allen Wolken fiel. Und inzwischen muss sich Tepco, der Betreiber der havarierten Reaktoren, fragen lassen, ob er sich nicht hätte mehr helfen lassen müssen.

Zwar lief die Hilfe schon in den ersten Tagen an. Eine knappe Woche nach der Katastrophe flogen erste Flugzeuge Schutzanzüge und Strahlenmessgeräte aus Deutschland nach Japan. Aber, klagt ein deutscher Energiemanager, die Japaner hätten weitaus mehr Hilfe annehmen können, ja müssen. Auf viele Angebote habe man wochenlang nichts gehört. Vor allem die großen Gerätschaften seien in Japan nie abgerufen worden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Putzmeister beliefert Tepco

Mit kleineren Ausrüstungsgegenständen lief es laut Ludger Mohrbach zunächst nach Plan. Mohrbach leitet das Essener Kompetenzzentrum beim Verband der Kraftwerksbetreiber, VGB Powertech, und koordinierte mit der deutschen Areva-Tochter die Hilfen für Tepco.

Schon in den ersten Tagen seien Schutzanzüge, Strahlenmessgeräte sowie Bleimatten angefragt worden, die zum Abschirmen von Radioaktivität geeignet sind. Die AKW-Betreiber hätten ihre Bestände gesichtet und gemeldet, was entbehrlich war. Innerhalb von drei Tagen hoben zwei Flugzeuge mit je 30 Paletten Richtung Tokio ab. Die Deutschen hätten unter anderem 10.000 Schutzanzüge und 3000 Schutzmasken nach Japan geliefert, sagt Mohrbach.

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Keine Spezialgeräte aus Deutschland

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