Nachhaltige Investments
Ausländische Banken wittern Chancen in Deutschland

Während große deutsche Banken den Markt für nachhaltige Geldanlagen noch immer vernachlässigen, wittern ausländische Institute, insbesondere aus den Beneluxstaaten, Frankreich und der Schweiz große Potenziale und platzieren sich in Deutschland. Wettbewerber erwarten dadurch eine Stimulanz für das Segment.

Die belgisch-französische Dexia Asset Management, eine der großen Fondsgesellschaften Europas, expandierte im Oktober 2006 nach Deutschland, um auf dem hiesigen Markt für nachhaltige, ökologisch und sozial verantwortliche Geldanlagen eine wichtige Rolle zu spielen. Im selben Monat eröffnete auch die niederländisch-belgische Großbank Fortis eine Niederlassung in Frankfurt. Seit einigen Monaten versucht die belgische KBC Bank ihr Glück von Bremen aus. „Wir erwarten, dass der Anteil der nachhaltig verwalteten Gelder in Deutschland in den nächsten Jahren von bisher lediglich einem Prozent auf fünf bis zehn Prozent wachsen wird“, erläutert Roland Kölsch, Fondsmanager Sustainable und Responsible Investment (SRI) von Dexia AM in Brüssel.

Wettbewerber begrüßen den Markteintritt von Dexia & Co. „Jeder Neue im Markt steigert die Aufmerksamkeit für das Thema und weckt Interesse bei Anlegern“, meint Volker Weber, Direktionsmitglied der Schweizer Swisscanto. In Deutschland hat sie das in fünf nachhaltigen Fonds verwaltete Vermögen seit Anfang 2004 auf rund eine Milliarde vervielfacht. Dieses Jahr hat das Institut bereits drei neue nachhaltige und Klima-Publikumsfonds aufgelegt. Im September kommt ein weiterer hinzu, der auch in Deutschland angeboten wird, sowie zwei spezielle Fonds für Großanleger. In nachhaltigen Fonds, Mandaten und Pensionsgeldern hat Swisscanto nach eigenen Angaben 2,2 Mrd. Euro oder 3,5 Prozent des verwalteten Vermögens platziert.

Mit Dexia beackert ein Schwergewicht den deutschen Markt, europaweit einer der Marktführer bei nachhaltigen Investments: Sie verwaltete Ende Juni 15 Mrd. Euro in 23 Nachhaltigkeitsfonds und 110 institutionellen Mandaten, die sich neben finanziellen auch nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien richten - zusammen 14 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens von 110 Mrd. Euro. Wie wichtig Dexia das Marktsegment nimmt, wird auch daran deutlich, dass in Brüssel ein elfköpfiges Team von Nachhaltigkeitsanalysten aufgebaut hat, das fast genauso groß wie das der Finanzanalysten.

Das vierköpfige Frankfurt-Team der Dexia nimmt vor allem institutionelle Anleger ins Visier. Neben den in Deutschland zugelassenen 16 Fonds, die sich auch an Privatanleger wenden, will das Institut Großanlegern maßgeschneiderte Produkte offerieren. Zwar ist das Marktsegment anders als in Benelux, Frankreich, Großbritannien und Skandinavien klein. „Doch wir sehen ein stark steigendes Interesse institutioneller Anleger und große Investoren sprechen uns an“, berichtet Kölsch.

Einen Anstoß gebe die Pflicht für Pensionskassen und Direktversicherungen, ihre Kunden zu informieren, ob und wie sie nachhaltige Kriterien verwenden. „Da überdies die meisten Studien erwiesen, dass Performance und Risikoverhältnisse nachhaltiger Produkte wettbewerbsfähig sind, kommt der Markt für Altersvorsorgeprodukte in Bewegung“, sagt Kölsch.Das Institut mit gut elf Jahren Erfahrung verwaltet unter anderem für die staatliche französische Pensionskasse FRR 120 Mill. Euro fünf Jahre nachhaltig.

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