Nachhaltigkeit an den Business Schools
Gute Noten beim Klimawandel

Gute Business Schools denken an mehr als an Geld und Managementstrategie. Daran, wie die Welt zu retten ist, zum Beispiel. Lesen Sie, welche Business Schools beim Thema Nachhaltigkeit ganz weit vorn stehen.

Jede Business School, die auf sich hält, betrachtet sich als Denkfabrik, die die Manager, auf die Herausforderungen von morgen vorbereitet. „Wir bilden Führungspersönlichkeiten heran, die etwas in der Welt bewirken“, behauptet stolz die Harvard Business School. Und natürlich nimmt auch das IMD (Lausanne), eine der drei führenden Business Schools in Europa, für sich in Anspruch, „Forschungsergebnisse zu produzieren, aufgrund derer Manager handeln können.“

Kann aber die Realität mit solchen vollmundigen Werbesprüchen mithalten, die heute in Variation jede Business School in ihren Hochglanzbroschüren verbreitet? Das Handelsblatt wollte es genauer wissen. Wenn der hehre Selbstanspruch stimmt, so die Ausgangshypothese, dann müsste den Business Schools ja auch etwas zu den drängenden Problemen unserer Zeit einfallen. Zum Klimawandel beispielsweise. Eine Recherchetour führte uns zu einem Dutzend der führenden Business Schools weltweit. Nicht nur Kalifornien scheint in Energiefragen dem Rest der USA weit voraus zu sein, auch die Stanford Graduate School of Business, die führende Business School an der US-Westküste, scheint in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielen zu wollen. Die Hochschulsprecherin Helen K. Chang ist gar nicht zu stoppen, fragt man sie nach den Aktivitäten der Business School in diesem Bereich. Und die Liste aller Aktivitäten, Konferenzen, Veranstaltungen und Kurse füllt leicht eine eng beschriebene DIN A 4-Seite.

Dass es sich hier nicht um wortreiche Alibi-Veranstaltungen handelt, zeigt eine wegweisende Entscheidung der Business School aus dem Frühjahr dieses Jahres: Künftig wird die Stanford Graduate School of Business ein Doppeldiplom-Programm anbieten, das den MBA mit einem Master in Environment and Resources verbindet. Dabei greift die Business School auf das Interdisciplinary Program in Environment and Resources (IPER) zurück. Wie die Hochschule mitteilt, sind die Dozenten der verschiedenen Stanford-Schools (Fakultäten) gerade damit beschäftigt, den Grundkurs „Environment Science for Managers and Policy Makers“ zu entwickeln. Bereits auf dem Markt ist ein Stanford-Managerfortbildungsprogramm unter dem Titel „Business Strategies for Environmental Sustainability“.

Auch die Fuqua School of Business an der Duke University in Durham, North Carolina, hat seit neuestem ein vergleichbares EXECUTIVE Education-Programm im Angebot: Das „Climate Change Leadership Program“ wurde Mitte Mai erstmals durchgeführt. Für 5 500 US-Dollar konnten sich die teilnehmenden Manager u. a. mit „Business-Strategie (beschäftigen), um den Herausforderungen und Investmentrisiken in klimarelevanten Fragen zu begegnen.“

Auch die Sloan School of Management der legendären Technologiehochschule MIT ist jüngst auf den Klimazug aufgesprungen. Im Februar diesen Jahres richtete sie ein eigenes Laboratory of Sustainable Business ein. MIT Sloan-Professor Richard Locke, Mitbegründer des „S-Lab“ erklärt gegenüber dem Handelsblatt: „Mit dem S-Lab erkennt das MIT den Klimawandel als eine der schwierigsten Herausforderungen der Menschheit an.“ Nun will sie Technologie und Management zusammenbringen. Aber die Business School wäre eben keine Business School, wenn sie ihren MBA-Studenten nicht auch Computersimulationen anböte, wie man Profite maximiert, wenn man in erneuerbare Energien investiert.

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