Nachhaltigkeit
Grüne Logistik erhält Auftrieb

Umweltschutz kann sich lohnen: Logistikunternehmen, die ihre Routen mit satellitengestützt System optimieren, sparen nicht nur CO2, sondern auch Transportkosten. Doch vielversprechende Ideen existieren meist trotzdem nur auf dem Papier - es hapert an der konsequenten Umsetzung.

BERLIN. Auf den ersten Blick sehen sie ganz normal aus: zwei Mercedes Sprinter, mit denen die Deutsche Post DHL in Berlin Express-Sendungen ausliefert. Allein die Aufschrift "Smart Truck" fällt auf. Ein Hinweis darauf, dass in den Transportern jene Technik steckt, mit der die Zustell-Logistik künftig schneller und umweltschonender werden soll.

Basis dafür ist die Ausstattung der Sendungen mit RFID-Chips - sie ermöglicht eine intelligente Routenplanung. Ein satellitengestütztes System weiß stets, wo ein Päckchen ist und wo es hin muss. Es ruft Verkehrsdaten ab und ermittelt den besten Weg zum Ziel. Dabei werden die Smart Trucks so gelenkt, dass sie zwischendurch noch Sendungen abholen - das verbessert die Auslastung.

Das System erfüllt die Erwartungen: "Die Touren der Smart Trucks sind deutlich kürzer als die von herkömmlichen DHL-Kurierfahrzeugen", sagt Ralph Wondrak, Bereichsvorstand Betrieb bei DHL Express Deutschland. Um zehn bis 15 Prozent sinke die Zahl der zurückgelegten Kilometer auf einzelnen Touren. Das schont nicht nur die Umwelt, auch die Kunden profitieren. "Die Pünktlichkeit beim Abholen und Zustellen der Sendungen hat sich deutlich erhöht", sagt Wondrak. Ziel sei, künftig einen Großteil der Express-Touren in Berlin mit Smart Trucks zu fahren.

Mehr Service bei geringeren Kosten: Das DHL-Projekt zeigt, dass nachhaltige Logistikkonzepte auch betriebswirtschaftlich Sinn ergeben. "Viele Verbesserungen reduzieren Verschwendung. Sie sind sowohl nachhaltig als auch kostensenkend", sagt Jürgen Richert, Logistik-Experte der Mannheimer J&M Management Consulting. Das Schlagwort laute: "lean and green".

Auf Sparkurs fliegt Lufthansa Cargo: In den vergangenen Jahren sei es gelungen, Kosten im zweistelligen Millionenbereich zu senken, sagt Sprecher Nils Haupt. "Dazu haben wir konsequent Umweltmaßnahmen umgesetzt." Auf der Basis des Geschäftsjahres 2005 beabsichtigt das Unternehmen, die CO2-Emission im Luftfrachttransport bis 2020 um 25 Prozent zu verringern. "Wir senken den Kerosinverbrauch durch optimierte Flugrouten, exaktere Treibstoffbedarfsermittlung, bessere Anflugverfahren und optimierte Beladung der Flugzeuge", sagt Haupt. Derzeit erprobt Lufthansa Cargo leichtere Container, durch die binnen zehn Jahren 27 500 Tonnen Kerosin - und damit 80 000 Tonnen CO2 - eingespart werden sollen. Außerdem schafft das Unternehmen acht Boeing 777 an. Der Verbrauch der Frachtflugzeuge ist um 15 Prozent geringer als bei herkömmlichen Modellen.

Gerade die langfristig steigenden Kraftstoffpreise treiben das Umdenken voran. "Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen gilt es, Logistik-Konzepte zu überdenken", sagt Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. "Jedoch liegen auf dem Sektor Green Logistics erhebliche Potenziale brach."

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