Nachhaltigkeitsindex
Bayer und Daimler fallen aus Index DJSI Stoxx

Deutschlands Position im Dow Jones Sustainability Index World wird ab 22. September schwächer. Während sich aus Frankreich, Spanien oder Indien mehrere Unternehmen als Neuzugänge qualifizierten, kommt kein deutscher Konzern neu in den Weltindex. Dagegen halten sich im Europaindex DJSI Stoxx deutsche Zu- und Abgänge die Waage.

BERLIN. Deutschlands Gewicht im Weltindex sinkt dadurch von 8,3 auf 6,9 Prozent. Im Nachhaltigkeitsindex sind Unternehmen notiert, die nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt werden.

Immerhin listet die für den Index zuständige Schweizer SAM Indexes drei deutsche Konzerne in der Riege der 19 Branchenführer: BMW und neu BASF und Adidas. Die Allianz gehört nicht mehr zu dieser Gruppe, die aber für ihre Anstrengungen für Umwelt- und Klimaschutz, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen sehr gute Noten erhält. Die Swiss Re hat die Allianz übertrumpft und schnitt nach allen drei Maßstäben als Branchenbeste ab.

Im Europaindex DJSI Stoxx halten sich deutsche Zu- und Abgänge die Waage: Bayer und Daimler fallen heraus, Lufthansa und Volkswagen rücken auf. Die Deutsche Post verfehlte ihr Ziel, wieder aufgenommen zu werden. „BMW und Volkswagen haben ihre Leistungen stärker verbessert und den Abstand zu Daimler vergrößert“, erläuterte Alexander Barkawi, Direktor von SAM Indexes, dem Handelsblatt. Daimler war 2007 dank minimaler Bewertungsdifferenz als dritter Autobauer notiert worden. „Wir werden unsere Anstrengungen für Nachhaltigkeit intensivieren“, sagte eine Daimler-Sprecherin. Im Weltindex gehört der Hersteller zu den fünf Top-Titeln.

Bayer ist vom Rausschmiss überrascht. „Wir sind nicht glücklich und werden versuchen, wieder hineinzukommen, weil dies finanziell zunehmend relevant ist“, kommentierte ein Sprecher. Es werde aber immer schwieriger, eine Notierung in dem Gradmesser zu erreichen.

Der DJSI gilt bei nachhaltigen Investments als weltweit führendes Kursbarometer. Die Revision beeinflusst Entscheidungen von Vermögensverwaltern in 16 Ländern, die auf Basis der Index-Familie rund sechs Mrd. Dollar verwalten. Im Weltindex sind 320, im Europaindex 162 Titel.

In den vergangenen zehn Jahren hätten sich die Bemühungen um Nachhaltigkeit stetig gesteigert, berichtet Barkawi. „Die führenden Unternehmen integrieren Nachhaltigkeitsaspekte in ihr Kerngeschäft und formulieren klare und quantifizierbare Ziele.“ Trotzdem bestehe beträchtlicher Verbesserungsbedarf. Branchenspezifische Kriterien sind heute mit 57 Prozent höher gewichtet als früher. „Sie haben eine wachsende Bedeutung für den langfristigen Erfolg von Unternehmen“, erklärt Barkawi. Dazu gehören CO2-Folgen der Investitionsentscheidungen von Stromversorgern oder ökosoziale Standards für die Zulieferketten der Textil-, Technologie- und Telekomindustrie.

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