Nachhaltigkeitsindizes
Deutsche Konzerne besser positioniert

Der weltweit tonangebende Nachhaltigkeitsindex DJSI World wird neu zusammengestellt, wobei er künftig mehr deutsche Unternehmen enthält. Aber auch wenn nun mehr heimische Werte im Index vertreten sind – beim Europaindex DJSI Stoxx fallen zwei wichtige deutsche Unternehmen heraus.

BERLIN. Deutsche Firmen sind ab 24. September im Dow Jones Sustainability Index (DJSI World) erneut stärker vertreten. Der Nachhaltigkeitsindex integriert gleichrangig ökonomische, ökologische und soziale Kriterien. Aufsteiger sind E.On, Fraport, Henkel und Volkswagen; Absteiger ist Hypo Real Estate, die dies noch nicht kommentieren will. Das Gewicht Deutschlands im Weltindex erhöht sich von 6,9 auf 8,3 Prozent.

In den DJSI Stoxx hingegen rückt nur Eon auf, während Deutsche Post und MAN herausfallen. „Wir bedauern das und müssen unsere Anstrengungen steigern. Dazu werden wir die Ergebnisse in den nächsten Tagen analysieren“, sagte ein MAN-Sprecher. Die Post wird nicht notiert, obwohl Tochter DHL Kunden bei der stark beworbenen Klimainitiative GoGreen einen klimaneutralen Versand bietet. „Der Index notiert nur die Besten einer Branche. Höhere Nachhaltigkeitsleistungen bei Wettbewerbern können zum Ausschluss von Unternehmen führen, die sich nicht im selben Umfang verbessert haben“, begründet Alexander Barkawi, Direktor der Schweizer SAM Indexes GmbH. Sie erstellt die insgesamt 20 Indizes.

„Die schlechtere Bewertung ist angemessen, weil DHL beim Flugtransport, der die größten Umweltbelastungen verursacht, noch kein richtiges Klimakonzept hat“, urteilt Christoph Bals, Politischer Direktor der Umweltorganisation Germanwatch. „Wir sind enttäuscht, die Hürde knapp verfehlt zu haben. Es ist klar, dass sich andere Unternehmen stärker verbessert haben als wir und wir setzen alles daran, um nächsten Jahr wieder aufgenommen zu werden“, sagte ein Sprecher der Deutschen Post dem Handelsblatt.

Auf Unverständnis stößt bei Umweltschützern die Aufnahme von Eon. Der Konzern diskutiere zwar eine neue Strategie, aber habe noch nichts entschieden. Auch die weitere Notierung von RWE sei ungerechtfertigt. „Ihre Emissionen allein sind größer als die gesamten vom Emissionshandel in Frankreich erfassten. Und Investitionsplanung und Lobbying konzentrieren sich noch immer auf klimaschädliche Braunkohle-Kraftwerke“, kritisiert Bals.

Bei Henkel und Volkswagen ist der Jubel groß. Beide rutschten 2005 aus dem Weltindex. Volkswagen wollte „alles tun, um wieder hineinzukommen“. Henkel, damals Opfer einer neuen Brancheneinteilung, überholt jetzt Verbrauchsgüterkonzern Procter & Gamble und wird Branchenleader. „Dabei ist entscheidend, dass wir entlang der gesamten Wertschöpfungsketten verantwortlich handeln“, sagt Wolfgang Gawrisch, Forschungsleiter und Vorsitzender des Nachhaltigkeitsgremiums. Umweltverbände teilen die Einschätzung und begrüßen die Notierung.

Der DJSI gilt bei nachhaltigen Investments als weltweit führendes Kursbarometer. Die Revision beeinflusst Entscheidungen von Vermögensverwaltern in 15 Ländern, die auf Basis der Indexfamilie 4 Mrd. Euro verwalten. Im Weltindex sind 327 Titel, im Europaindex 157 Titel. Hierbei zeigen sich internationale Trends. „Eine zunehmende Zahl von Unternehmen betrachtet die Aufnahme in den DJSI als Unternehmensziel und wichtiges Signal für Investoren“, berichtet Barkawi.

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