Naturkatastrophen
Katastrophenjahr 2008

2008 war auch ein Jahr der Naturkatastrophen: Schwere Wirbelstürme, verheerende Erdbeben und riesige Überschwemmungen brachten Hunderttausenden den Tod und verursachten Schäden in Milliardenhöhe. Ob der Klimawandel schwere Unwetter begünstigt, ist unter Wissenschaftlern aber noch umstritten.
  • 0

dpa MÜNCHEN/HAMBURG. Sie brachten Hunderttausenden den Tod, verursachten Leid und Schäden in Milliardenhöhe: Schwere Wirbelstürme, verheerende Erdbeben und riesige Überschwemmungen haben 2008 zu einem der schlimmsten Katastrophenjahre der letzten Zeit gemacht. Etwa eine viertel Million Menschen kamen weltweit ums Leben oder werden noch immer vermisst. Das geht aus einer vorläufigen Statistik der Münchener Rück hervor. Die Schäden belaufen sich demnach auf mehr als 110 Mrd. Euro.

"Schon jetzt ist klar, dass 2008 zu den schadenträchtigsten Naturkatastrophen-Jahren gehören wird", so Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoforschung des Unternehmens. Die meisten Opfer hatte im Mai der Zyklon "Nargis" im südostasiatischen Birma gefordert. Dort starben nach Regierungsangaben mehr als 80 000 Menschen, das Schicksal von weiteren 50 000 wird wohl nie geklärt werden. Ebenfalls im Mai kamen beim folgenschwersten Erdbeben in China seit 1976 mehr als 87 600 Menschen ums Leben.

Schon zur Jahresmitte hatte die Münchener Rück festgestellt, dass die Schäden über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lagen. Zu dem Zeitpunkt stand bereits auch fest, dass 2008 schon innerhalb der ersten Monate mehr Menschen getötet worden waren als in den gesamten Jahren seit dem Tsunami in Südasien von 2004. Die Münchener Rückversicherungs AG-Gesellschaft bewahrt Versicherungen vor finanziellen Katastrophen. Als weltgrößte Versicherung für Erstversicherer ist die Gesellschaft von nahezu allen großen Schadenereignissen betroffen.

Aber auch in der zweiten Jahreshälfte brachten große Katastrophen Not und Elend. Dazu gehörte im September Hurrikan "Ike" in der Karibik und den USA, der ganze Orte vernichtete. Nach jüngsten Statistiken starben etwa 130 Menschen, der Schaden lag nach Angaben der Rückversicherer bei 15 Mrd. Euro. Die größten Schäden entstanden durch einer meterhohe Sturmflut, vereinzelt hatten sich zusätzlich Tornados gebildet. Für bis zu vier Mio. Menschen gab es zeitweise kein Wasser und keinen Strom.

Schon vor "Ike" hatten die Hurrikans "Gustav" und "Hanna" schwere Schäden angerichtet, hunderte Opfer gefordert und ebenfalls Milliardenschäden verursacht. "In der Saison 2008 gab es mehr Stürme, als im langjährigen Durchschnitt zu erwarten waren", sagt der Unwetterexperte des Wetterdienstes meteomedia, Thomas Sävert.

Seite 1:

Katastrophenjahr 2008

Seite 2:

Kommentare zu " Naturkatastrophen: Katastrophenjahr 2008"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%