Naturparadies Kapiti Neuseelands Zeitreise-Insel

Ein Besuch der Kapiti-Insel vor Neuseeland ist wie eine Zeitreise. Das Eiland ist ein Vogelparadies wie zur Zeit von Captain Cook. Damit das so bleibt, schrecken die Behörden auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück.
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Einige der seltensten Vogelarten der Welt leben auf der kleinen Insel. Quelle: dpa
Kapiti-Insel vor Neuseeland

Einige der seltensten Vogelarten der Welt leben auf der kleinen Insel.

(Foto: dpa)

WellingtonSo oder so ähnlich muss es auch für James Cook geklungen haben. Im Jahr 1770 war der englische Entdecker der erste Europäer, der seinen Fuß auf die Kapiti-Insel vor Neuseeland setzte – und aus dem Urwald den vielstimmigen Gesang zahlreicher Vogelarten hörte. Mit fast den gleichen Stimmen begrüßt die Insel ihre Besucher auch zweieinhalb Jahrhunderte später noch.

Kapiti – nur zwanzig Quadratkilometer groß – liegt vor der Küste von Neuseelands Nordinsel, nicht weit von der Hauptstadt Wellington. Auf der Seite, die zum offenen Meer hin zeigt, tost entlang steiler Klippen der Wind. Auf der Landseite wuchert üppiger Regenwald.

Inseln der Extreme
Extreme Inseln
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Sie sind traumhaft schön oder unwirtlich, sehr jung oder uralt - und manchmal sogar lebensgefährlich. Eine Reise zu einigen der extremsten Inseln der Erde.

Bouvet Island – die entlegenste Insel der Welt
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Wenn Sie eines Tages mal wirklich das Weite suchen wollen, wäre Bouvet Island genau das Richtige – zumindest, wenn Ihnen Seevögel und Robben als einzige Gesellschaft zusagen. Keine andere Insel ist weiter vom nächsten Stück Festland entfernt als dieses kleine Eiland, das zwar zu Norwegen gehört, aber im Südatlantik liegt. 1700 Kilometer sind es bis zum nächsten Kontinent, der Prinzessin-Astrid-Küste in der Antarktis. 2260 Kilometer müssen Sie zurücklegen, bis Sie zur nächsten Siedlung auf Tristan da Cunha gelangen. (Foto: Nasa)

Tristan da Cunha – die entlegenste Siedlung der Welt
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Nicht jede abgelegene Insel ist auch unbesiedelt, wie das britische Überseeterritorium Tristan da Cunha belegt. 2800 Kilometer sind es bis Südafrika, 3000 Kilometer bis nach Südamerika, dennoch lebten im September 2016 mehr als 260 Menschen im Örtchen Edinburgh of the Seven Seas.

Tristan da Cunha ist ein aktiver Schildvulkan, der durch einen so genannten Hotspot genährt wird – eine Magmablase in der Erdkruste. Sein Gipfel, der Queen Mary's Peak, ragt 2062 Meter über dem Meeresspiegel auf.

Madagaskar – die älteste Insel der Erde
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Eine der größten Inseln der Erde ist gleichzeitig auch die älteste. Seit 88 Millionen Jahren hat Madagaskar keinen Kontakt mehr mit einem Kontinent – damals spaltete sich die Insel von Indien ab, das seinerseits als ehemaliger Teil des riesigen Kontinents Gondwana nach Norden driftete. Die Geschichte der Menschen auf Madagaskar ist dagegen deutlich kürzer. Maximal seit 2500 Jahren siedeln sie hier.

Doch sie haben in dieser Zeit die Ökosysteme gravierend umgestaltet. Von den ursprünglichen Wäldern sind nur kleine Reste übrig geblieben, vor allem Brandrodung wirkt sich verheerend aus: Der frei gelegte Boden kann die Niederschläge nicht halten und wird ins Meer geschwemmt. Madagaskar gehört weltweit zu den Staaten, die am stärksten mit Erosion zu kämpfen haben.

Hunga Tonga-Hunga Ha'apai – die jüngste Insel der Erde
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Das genaue Gegenteil von Madagaskar ist eine noch unbenannte Insel in der Südsee mit dem zungenbrecherischen Arbeitsnamen Hunga Tonga-Hunga Ha'apai, die erst seit Januar 2015 über dem Meer aufragt. Im November und Dezember 2014 begann hier eine Serie von Eruptionen, bei der große Mengen Asche und Lava ausgestoßen wurden, bis der Gipfel des Vulkans über dem Wasser sichtbar wurde.

Hunga Tonga-Hunga Ha'apai besteht vor allem aus lockerem Gesteinsmaterial. Deswegen erwarten Geologen ohne weitere Ausbrüche ihren baldigen Untergang: Die Wellen nagen rasch an diesem Stück Land. (Foto: dpa)

Devon Island – riesig und unwirtlich
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Mit einer Fläche von 55.247 Quadratkilometern ist Devon Island im arktischen Teil Kanadas die größte dauerhaft unbesiedelte Insel der Erde. Angesichts der unwirtlichen Bedingungen ist das kein Wunder: Der Devon-Eisschild bedeckt ein Viertel der Insel, der Rest wird überwiegend von Permafrostböden eingenommen. Und die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei minus 16 Grad Celsius.

Beliebt ist das Gebiet allerdings bei Marsforschern, denn die Wetterbedingungen ähneln jenen auf dem Roten Planeten. Auf der Flashline Mars Arctic Research Station leben regelmäßig Teams, die einen Aufenthalt auf unserem Nachbarplaneten simulieren sollen – als Vorbereitung für eine spätere Marsmission. (Foto: Nasa)

Flevopolder – die größte künstliche Insel
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Die größte von Menschenhand neu geschaffene Insel dürfte gegenwärtig in Europa liegen, genauer gesagt im niederländischen Ijsselmeer. Mit einer Fläche von knapp 1000 Quadratkilometern gehört das Flevoland gleichzeitig zu den umfassendsten Landgewinnungsmaßnahmen der Niederlande. Nur ein schmaler Kanal trennt die Insel vom angrenzenden Festland. Er blieb erhalten, damit das Grundwasser dort nicht zu stark sinkt. Geschützt wird die Region durch den 32 Kilometer langen Abschlussdeich, der das Ijsselmeer von der Nordsee trennt und Sturmfluten fernhalten soll. (Foto: Nasa)

Neuseeland beherbergte ursprünglich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt – unter anderem gab es keine auf dem Land lebenden Säugetiere. Stattdessen bevölkerte neben Insekten und Eidechsen eine Fülle von Laufvögeln die beiden Haupt- und zahlreichen Nebeninseln.

80 Millionen Jahre war das Land völlig isoliert. Der US-Biologe Jared Diamond nannte die Flora und Fauna des Pazifikstaats einmal „die nächste Annäherung an Leben auf einem anderen Planeten“.

Kämpfe zwischen Maori-Stämmen

Doch dann kamen die europäischen Siedler – und brachten zahlreiche Tierarten mit, die hier nicht heimisch waren. Bevor die Insel Kapiti wieder zu dem ursprünglichen Paradies für Vögel werden konnte, das sie heute ist, waren viele Anstrengungen nötig.

„Kapiti hat die gesamte Bandbreite menschlicher Aktivitäten erlebt“, sagt Manaaki Barrett, einer von nur einer Handvoll Menschen, die heute auf der Insel leben. Barrett gehört zu den Maori, Neuseelands Ureinwohnern. Sein Stamm ist seit fast 200 Jahren auf der Insel zuhause.

Als die ersten Maori nach Kapiti kamen, bekam die Insel große spirituelle, kulturelle und auch strategische Bedeutung. „Im frühen 19. Jahrhundert gab es Kämpfe zwischen verschiedenen Maori-Stämmen um die Kontrolle“, erzählt Barrett. „Zugleich entwickelten sich Handel und Handwerk, als die verschiedenen Kulturen, aus denen sich Neuseeland zusammensetzt, Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen eingingen.“ Auf den Inseln trafen unter anderem Maori und westliche Siedler aufeinander.

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