Neu entdeckt
Madagaskars Artenvielfalt ist noch reicher

Mehr als 600 neue Tier- und Pflanzenarten haben Forscher in den vergangenen elf Jahren auf Madagaskar entdeckt. Doch viele seien schon vom Aussterben bedroht, so Experten. Schuld ist nicht nur die Entwaldung.
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Frankfurt

Unter den 615 neu entdeckten Arten war unter anderem ein 30 Gramm leichter Berthe-Mausmaki, der kleinste Primat der Welt, wie die Umweltstiftung WWF in Frankfurt am Main berichtete. Als "sensationell" gilt demnach die Entdeckung eines Geckos, der seine Hautfarbe ähnlich wie ein Chamäleon dem Hintergrund anpasst.

Bislang unbekannt war zudem eine riesige Fächerpalme, die nur einmal in ihrem Leben blüht. Ein neuer WWF-Bericht zur Artenvielfalt auf Madagaskar listet insgesamt 615 neue Arten auf, darunter auch 385 Pflanzen, 42 wirbellose Tiere, 17 Fische, 69 Amphibien und sogar 41 neue Säugetierarten.

Fast drei Viertel der Tier- und Pflanzenarten, die auf der Insel vor der afrikanischen Ostküste leben, kommen laut WWF nur dort vor. Viele davon sind aber bereits vor dem Aussterben bedroht, wie der Madagaskar-Experte des World Wide Fund for Nature (WWF), Martin Geiger, sagte.

Die größte Bedrohung sei die rasante Entwaldung, zehntausende Hektar davon in Nationalparks. "Wenn diese wenigen verbleibenden Wälder nicht gerettet werden, verschwinden unzählige Arten, die wir noch nicht einmal kennengelernt haben", sagte Geiger.

Nach WWF-Angaben wird zudem vermehrt Fleisch von wilden Tieren, sogenanntes Bushmeat, aus den Wäldern angeboten - etwa ein Teller Lemurenfleisch für weniger als drei Euro. Wegen der politischen Unruhen breite sich die Kriminalität aus, und eine der wenigen Einkommensquellen für die Bevölkerung, der Tourismus, leide.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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