Neue Daten
Klimawandel schreitet schneller voran

Neue Daten lassen den Klimawandel dramatischer erscheinen als bislang angenommen. Nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung könnte noch in diesem Jahrhundert der Meeresspiegel um einen Meter ansteigen.

ap BERLIN. Der Klimawandel schreitet schneller voran als befürchtet. Der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, sagte am Donnerstag, in diesem Jahrhundert würde der Meeresspiegel voraussichtlich sogar um einen Meter ansteigen: "Die Situation ist dramatischer als vor drei Jahren." Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warnte davor, das Engagement für den Klimaschutz infolge der Finanzmarktkrise zu vernachlässigen.

Aus dem Jahr 2005 stammen die Daten, die dem Szenario des Weltklimarates (IPCC) zugrunde liegen. Der IPCC hatte geschätzt, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 zwischen 18 und 59 Zentimetern ansteigt. Weitere zehn bis 20 Zentimeter wären möglich, wenn das schnelle Abschmelzen des Polareises fortschreitet.

Der nun prognostizierte erhöhte Meeresspiegelanstieg ist laut Schellnhuber auf das beschleunigte Abschmelzen der Himalaya-Gletscher und des grönländischen Eisschildes zurückzuführen. Der Forscher, der auch stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) ist, führte das beschleunigte Abschmelzen des grönländischen Eisschildes auf die massive Emission von Rußpartikeln aus den Schornsteinen chinesischer Kohlekraftwerke zurück.

"Das ist ein echt globaler Effekt", sagte er. Durch die Ablagerung der Partikel sei das Eis nicht mehr so weiß und könne die Sonne nicht mehr so gut reflektieren. Dadurch erwärme sich der Schild und schmelze. "Die Luftverschmutzung spielt eine massive Rolle bei der Beschleunigung des Klimawandels."

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