Neuer Seeweg
China will Nordostpassage stärker nutzen

Der Klimawandel macht’s möglich: Die lange als kaum passierbare Schifffahrtsroute angesehene Nordostpassage soll künftig verstärkt von chinesischen Frachtern befahren werden. Auch Russland steht in den Startlöchern.
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Die Exportnation China will beim Handel mit Europa verstärkt auf die kürzere Schiffsroute durchs Nordpolarmeer setzen. Im Juli werde die chinesische Regierung einen Führer für die Nordostpassage veröffentlichen, die den Seeweg für chinesische Frachter erheblich verkürzt, kündigte der Vize-Chef des Handelsschifffahrtsministeriums in Peking in der Zeitung "China Daily" vom Freitag an.

Das Buch werde „verständliche, praktische und maßgebliche Informationen“ enthalten, sagte Zhai Jiugang dem Blatt. Die Volksrepublik wickelt mehr als 90 Prozent ihres weltweiten Handels über den Seeweg ab. Europa ist dabei einer der wichtigsten Partner.

Die Nordostpassage entlang der Nordküsten Europas und Asiens verkürzt den Seeweg nach Europa, der sonst über den Suezkanal führt, um bis zu 7000 Kilometer. Das bedeute eine erhebliche Kosteneinsparung, so Zhai.

China schickte im vergangenen Sommer das erste Handelsschiff auf dieser Route nach Europa. Insgesamt befuhren 2013 etwa 70 Schiffe die Nordostpassage.

Die Passage ist erst durch das zunehmende Abschmelzen des arktischen Eises infolge des Klimawandels zeitweise befahrbar geworden. Ende August 2008 waren erstmals Nordost- und Nordwestpassage – die Route entlang der Nordküste Amerikas – gleichzeitig eisfrei. Auch in den folgenden Jahren war die Nordostpassage jeweils für einige Wochen im Sommer eisfrei.

Auch Russland setzt auf eine Zukunft der Passage an seiner Nordküste als globale Handelsroute. Das Land investiert bereits kräftig in den Ausbau der Infrastruktur vor Ort sowie der eigenen Eisbrecher-Flotte.  

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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