Nordsee-Unfall: Total lokalisiert Gasleck in 4000 Metern Tiefe

Nordsee-Unfall
Total lokalisiert Gasleck in 4000 Metern Tiefe

Es strömt weiter ungehindert Gas aus dem Leck an der Nordsee-Plattform „Elgin“. Der Betreiber Total tut sich schwer mit einer Lösung. Letzte Neuigkeit: Das Leck soll sich 4000 Meter unter dem Meeresgrund befinden.
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LondonWeiter strömt gefährliches Gas in die Nordsee. Die Explosionsgefahr ist groß. Doch Ratlosigkeit herrscht im Kampf dagegen. Mehrere Tage nach Bekanntwerden eines Lecks an der Förderplattform „Elgin“ des französischen Energiekonzerns Total in der Nordsee vor Schottland ist eine Lösung nicht in Sicht. Am Mittwoch gelang es laut Total, das Leck zu lokalisieren. Es soll 4000 Meter unter dem Meeresgrund liegen, an einer vor einem Jahr außer Betrieb genommenen Gasbohrung.

Umweltschützer gehen davon aus, dass das austretende Gasgemisch giftige Schwefelverbindungen enthält. Der Total-Konzern dementierte dies. „Wir können mit Sicherheit ausschließen, dass sich in dem Gas giftige Substanzen befinden“, sagte eine Total-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Abend. Schiffe dürfen sich wegen der Explosionsgefahr nur auf zwei Seemeilen nähern, Flugzeuge müssen sogar drei Meilen Abstand halten. In der Nähe der Plattform seien vorbeugend Feuerwehrschiffe platziert worden.

Die Betreiberfirma hatte am Mittwoch noch keinen genauen Plan zur Vorgehensweise. Bis alle Informationen gesammelt sind, sollten mehrere Lösungswege parallel vorangetrieben werden, sagte der Sicherheitschef für die britischen Total-Unternehmungen, David Hainsworth.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Gasquelle von selbst versiege, hieß es bei Total. Der britische Energie-Staatssekretär Charles Hendry sprach von einer „aufgelassenen Quelle“. Das Leck sei entstanden, als Arbeiter versuchten, die schon fast bis zum Ende ausgebeutete Quelle langfristig zu schließen. Bisher seien rund 20 Tonnen Gas ausgetreten, ein 4,8 Quadratkilometer großer Gasfilm habe sich auf der Meeresoberfläche gebildet, teilte das Unternehmen mit. Dieser habe sich zuletzt zumindest nicht vergrößert.

Der schottische Umweltminister Richard Lochhead forderte „maximale Transparenz“ von Total und der Regierung in London. 1988 war es fast an gleicher Stelle bei der Explosion der Plattform Piper Alpha zur Katastrophe gekommen - 167 Arbeiter starben.

Experten aus allen Konzernbereichen berieten darüber, wie die Lage in den Griff zu bekommen sei. Meerwasserproben sollen genauere Aufschlüsse geben. Am Mittwochmorgen war ein weiteres Überwachungsflugzeug zu einem Flug über die Förderplattform gestartet. Sollte die Quelle nicht versiegen, könnte das Bohrloch mit schwerem Schlamm vollgepresst werden. Experten nennen das einen „Kill“. Sicherer wäre eine Entlastungsbohrung, die allerdings bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen kann.

Total brachte am Mittwoch das Überwachungsschiff „Highland Fortress“ in Stellung, wie ein Sprecher berichtete. Das Schiff verfüge auch über ein ferngesteuertes Mini-U-Boot, mit dem Unterwasseraufnahmen gemacht werden können. Diese Technik sei aber bisher nicht zum Einsatz gekommen.

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