Novellierung der Wertermittlungsverordnung
Grün macht wertvoller

Die Wertermittlungsverordnung ist nicht mehr zeitgemäß. Sie erfasst nicht, ob Gebäude gedämmt sind oder Energie erzeugen und dank niedrigerer Betriebskosten höhere Mieten erzielen können. Das soll sich ändern. Das Bundesbauministerium arbeitet an einer Novellierung der Verordnung, hinkt aber hinter dem Zeitplan her.

BERLIN. Nach der Wertermittlungsverordnung (ImmoWertV) wird beispielsweise der Wert von Gebäuden offener Immobilienfonds ermittelt.

Mit dem bereits existierenden Referentenentwurf sollte sich das Kabinett im Oktober befassen und der Bundesrat sollte darüber im Dezember entscheiden. Der Entwurf enthält neben Energiekriterien auch weitere Nachhaltigkeitsaspekte.

Der Bedeutung des Klimaschutzes und der Wertrelevanz von Dämmung und innovativer Energie- und Gebäudetechnik sei Rechnung zu tragen, forderte ein vom Ministerium beauftragtes Expertengremium im April. In der ImmoWertV seien energetische Eigenschaften bei der Zustandsbeschreibung aufzuführen. Die Experten verlangten eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung.

„Die Brisanz des Themas unterschätzt, wer Restnutzungsdauern von Gebäuden ansetzt wie bisher“, sagt Josef Zimmermann, Professor an der TU München. Sie seien oft viel kürzer als gedacht, weil Gebäude sich nicht geänderten Anforderungen anpassen ließen. Dann versiegten die Einnahmen. Die Sachverständigen empfehlen eine Ergänzung der WertV, wonach Modernisierungen die Restnutzungsdauer verlängern können, wenn sie Energie- und Wassereinsparungen bewirken.

In der Immobilienbranche herrscht Skepsis bis Desinteresse. Solange Mieter und Investoren nicht bereit sein, für nachhaltige Gebäude mehr zu zahlen, fließe dieser Aspekt nicht in Verkehrswertberechnungen ein, sagt Sven Bienert, Immobilienexperte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Er erwartet allerdings, dass die Zahlungsbereitschaft steigt: „Wegen steigender Energiepreise werden Bewirtschaftungs- und Betriebskosten immer wichtiger – wenig modernisierte Büroimmobilien sind schlechter vermarktbar.“

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