Ökologisch orientierte Fonds
Investoren suchen verstärkt nach Ethik-Investments

Anlegen mit gutem Gewissen wird immer beliebter. Auch in Zeiten der Finanzkrise sind soziale, ethische und ökologische Fonds gefragt. Dabei bezweifeln Experten, dass der Vertrauenvorschuss gerechtfertigt ist. Viele nachhaltige Fonds haben in der Finanzkrise mehr an Wert verloren als konventionelle Konkurrenten.

BERLIN. Während Anleger aus vielen Aktien flüchten, steigt ihr Interesse an ethisch und ökologisch verantwortlichen Geldanlagen. „Wir hatten bis Mitte Oktober nur Nettozuflüsse und keine Abflüsse. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort“, berichtet Bernhard Engl, bei der Schweizer Vermögensverwaltung Swisscanto für den Deutschlandvertrieb zuständig. Vorstandssprecher Thomas Jorberg von der umweltorientierten auch GLS Bank in Bochum sagt: „Wir haben allein im Oktober 1 000 neue Kunden gewonnen und 35 Mill. Euro neue Einlagen“. In normalen Zeiten flössen nur acht Mill. Euro Einlagen zu, der Kundenzustrom betrage um 350 Kunden.

Inzwischen halten ein Drittel der Privatanleger Ökoinvestments für attraktiv, ergab eine Umfrage der DZ Bank. Es herrscht das Bewusstsein, dass besonders der Klimawandel Priorität bleibt, unabhängig von der Finanzkrise. Das bestätigte im Oktober eine Umfrage von Ernst & Young unter 155 Banken, Sparkassen und Kapitalanlagegesellschaften. Die meisten erwarten, dass die Integration sozialer, ethischer und ökologischer Aspekte in Kapitalanlageentscheidungen wesentlich bedeutsamer wird.

Der Gesinnungswandel unter den Anlegern zeigt sich schon seit Beginn der Finanzkrise vor mehr als einem Jahr. So wuchs das Volumen nachhaltiger Investments bei deutschsprachigen Finanzinstituten 2007 um 69 Prozent auf 33 Mrd. Euro, davon etwa die Hälfte in Publikumsfonds, wie kürzlich das Forum Nachhaltige Geldanlagen auswies. In Kontinentaleuropa landen inzwischen zehn Prozent aller Fondsinvestments in nachhaltigen Fonds, berichtet der Responsible Investor. Bis Mai ergaben sich 40 Mrd. Euro Volumen.

Der gesamte europäische Markt für nachhaltige Investments im engeren Sinn hat sich seit 2006 auf 512 Mrd. Euro mehr als verdreifacht, gab der europäische Branchenverband Eurosif im September bekannt. Der Markt im weiteren Sinne, wozu einfache Ausschlusskriterien und Firmendialoge gehören, hat sich auf 2,2 Billionen Euro fast verdoppelt. Ressourcenknappheit und eine Gesetzgebung zugunsten ökologisch wertvoller Technologien und Finanzprodukte verstärkten den Trend, prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Das Anlegerinteresse an verantwortlichen Geldanlagen ist so groß, dass in den jüngsten Monaten viele neue Produkte aufgelegt wurden. Neben Umwelttechnik- und breiten Nachhaltigkeitsfonds kamen insbesondere Dachfonds hinzu. Ganz neu für diesen Markt sind Schwellenländerfonds. Um Anlegern die Auswahl zu erleichtern, raten Feri und Lipper dieses Jahr zu weltweit anlegenden Ethik- und Nachhaltigkeitsfonds mit hohen Volumenzuwächsen.

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