Ökologische Stadtplanung
Masdar City – Öko-Stadt in der Wüste

Kein Abfall, keine Autos, keine Treibhausgase – stattdessen schattige Straßen, überdachte Plätze und ausschließlich regenerative Energien. In der Wüste von Abu Dhabi entsteht die erste reine Öko-Stadt der Welt. Mit einem Budget von 22 Milliarden Dollar soll das Mammut-Projekt „Masdar City“ realisiert werden. Auch deutsche Firmen profitieren davon.

DÜSSELDORF. Für gigantische Bauprojekte sind die Vereinigten Arabischen Emirate bekannt, doch Umweltschutz spielte dabei bisher keine große Rolle. Mit der Öko-Stadt Masdar, die etwa 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Abu Dhabi entsteht, soll sich das grundlegend ändern. Nach acht Jahren Bauzeit soll Masdar City 2016 rund 50 000 Menschen eine klimaneutrale Heimat bieten. Auf sechs Quadratkilometern sollen dann 1 500Unternehmen Arbeitsplätze für die Bewohner und etwa 40 000 Pendler schaffen.

Versorgt wird die Öko-Stadt ausschließlich aus regenerativen Energiequellen. Zu fast 90 Prozent soll die Energie aus Photovoltaikanlagen stammen, allein auf den Dächern Masdars sind 300 Millionen Quadratmeter dafür reserviert. Auch der Wüstenboden bietet reichlich Raum; derzeit ist bereits ein Gebiet von 212 000 Quadratmetern mit fast 90 000 Solarpaneelen bedeckt. Sie speisen ein Solarkraftwerk mit einer Kapazität von 10 Megawatt, das am 31. Mai ans Netz gegangen ist. So wird die für die Bauarbeiten benötigte Energie geliefert.

Auch die für die Gewinnung von Trinkwasser benötigten Meerwasserentsalzungsanlagen werden mit Sonnenenergie betrieben. Die Energieversorgung ist gleichzeitig Teil des Finanzierungskonzepts, denn ein Teil der 22 Milliarden Dollar soll aus dem Handel mit Emissions-Zertifikaten bestritten werden.

Doch die Pläne in Abu Dhabi reichen weiter. Das Emirat, das fast ein Zehntel der Weltölreserven besitzt, will eine Pionierrolle auf dem Gebiet der regenerativen Energien einnehmen. „Das Emirat verpflichtet sich, bis 2020 mindestens sieben Prozent seiner gesamten Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien zu speisen“, sagte Sultan Al Jaber, Chef der Abu Dhabi Future Energy Company, im Januar anlässlich des „Weltgipfels für Zukunftsenergien“ in Abu Dhabi. In den kommenden zehn Jahren könne damit ein Markt von sechs bis acht Milliarden Dollar geschaffen werden.

Davon profitieren auch deutsche Firmen. Kooperationen mit Eon und dem TÜV Rheinland laufen bereit und die Hersteller Schott, Q-Cells sowie Conergy haben ihre Solarzellen in Masdar installiert. Zudem baut die deutsch-arabische Masdar PV in Erfurt eine Photovoltaikfabrik als Referenzanlage für Abu Dhabi.

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